Begegnungstag für Flüchtlinge in Kümmersbruck
Integration per Dirndl

Mehrere Familien aus Syrien nutzten die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen und sich für die Aufnahme in Deutschland zu bedanken.
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Kümmersbruck
17.10.2016
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Die feschen Dirndl der Mädchen des Trachtenvereins haben auch den Kindern aus Syrien gut gefallen. Beim Begegnungstag für Flüchtlinge und Einheimische in Kümmersbruck gingen die verschiedenen Kulturen auf Tuchfühlung. Bilder: e (2)

Niemand vermag es derzeit zu sagen, aber saß da unter den vielen Kindern im Pfarrzentrum vielleicht Nachwuchs für den Trachtenverein? Jedenfalls hat den Buben und Mädchen aus Syrien der Auftritt der Kinder-Trachtengruppe bestens gefallen.

Kümmrsbruck. (e) Bayerische Kultur und Flüchtlinge, vornehmlich aus Syrien - das hat recht gut gepasst beim Integrations- und Begegnungstreffen in , das der Arbeitskreis mit Maria Schönberger, Richard Bäumler und Günther Denk auf die Beine gestellt hatte. Vorurteile abbauen, Verständnis wecken, Berührungsängste ausschalten - das hat sich der Arbeitskreis zum Ziel gesetzt.

Bisher keine Probleme


Vor fast einem Jahr hat die Gruppe ihre Arbeit aufgenommen, es habe sich ein konstanter Kreis an Freiwilligen gebildet, "der unermüdlich Woche für Woche großartige Arbeit leistet", sagte Maria Schönberger. Bürgermeister Roland Strehl war gekommen, die beiden Pfarrer Wolfgang Bauer und Bernd Schindler sowie Mitglieder des Gemeinderates. Rund 100 Flüchtlinge leben derzeit in Kümmersbruck, Theuern und Ebermannsdorf. "Probleme hat es keine gegeben", berichteten Schönberger und Renate Amrhein von den bisherigen Integrationsbemühungen.

Ein mühsamer Weg


Bürgermeister Strehl unterstrich, wie wichtig und oft auch mühsam es sei, gerade in Kindergarten und Schule aufeinander zuzugehen. "Aber", so sagte Strehl auch, "wenn man zusammenarbeiten will, wird man auch Wege zueinander finden". An der Gemeinde, an den Ehrenamtlichen, solle das Zusammenwachsen jedenfalls nicht scheitern. Unterstützung sagte auch Pfarrer Wolfgang Bauer zu, der sich ein "unkompliziertes Miteinander in der Pfarrgemeinde" wünschte.

Unkompliziert war es dann auch an diesem Tag. Einige Familien aus Syrien stellten sich einzeln vor. Obwohl sie noch holprig deutsch sprechen: Der ehrliche Wille hier das Leben verbringen zu wollen, ihre Kinder zu integrieren, war in den Redebeiträgen deutlich erkennbar. Auch der Dank, hier sein zu können, kam dabei immer wieder zum Ausdruck.

Es gab nicht nur die Tanzeinlage des Trachtenvereins. Auch die Gruppe Cababana begeisterte die Zuhörer. Während die Einheimischen Kuchen und Kaffee anboten, revanchierten sich die Flüchtlinge mit Spezialitäten aus ihrer Heimat.

Arbeitskreis FlüchtlingeDer Arbeitskreis Flüchtlinge bietet in Kümmersbruck Montag und Dienstag Deutschunterricht im Gemeindehaus an. Leute, die den Kurs regelmäßig besuchen, werden mit Kleidung, Fahrrädern, Schultaschen, Spielsachen und anderen nützlichen Gegenständen, die gespendet wurden, versorgt.

Die Mitarbeiter des Arbeitskreises kümmern sich auch um persönliche Belange der Flüchtlinge und unterstützen sie im Alltag. Gemeinde, Kirche und Ehrenamtliche arbeiten Hand in der Hand. Am Dienstag, 15. November, findet die Verleihung des Integrationspreises 2016 der Regierung der Oberpfalz durch Staatsministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Axel Bartelt in Regensburg statt. Der Arbeitskreis Flüchtlinge wird dabei, dank der Bewerbung durch Richard Bäumler, mit dem 3. Platz ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld verbunden, das in die Flüchtlingshilfe einfließt. (e)
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