Bodensanierung der Kümmersbrucker Dreifachhalle läuft
Sportler sehen künftig schwarz

Bauamtsleiter Werner Bauriedl, Architekt Markus Maier und Bürgermeister Roland Strehl (von links) erläutern in der Dreifachturnhalle die weiteren Sanierungsschritte. Der alte Bodenbelag ist entfernt, im Hintergrund sind Arbeiter damit beschäftigt, die Holzwände abzuschleifen. Bild: Hartl
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Kümmersbruck
16.07.2016
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Holzvertäfelung steht erneut zur DiskussionEigentlich sollte die alte, dunkelbraune Lackierung der Holzverkleidung in der Rudolf-Scheuerer-Halle einer neuen weichen. Doch nachdem ein Teil davon abgeschliffen war, kam von Architekt Markus Maier und dem Bauamt die Anregung, die Vertäfelung natur zu belassen. Der Farbausschuss des Gemeinderats hatte eigentlich eine weiße Lasur ausgesucht.

"Wir waren positiv überrascht", beschreibt Architekt Maier die Reaktion auf das Abschleifen: "Das schaut toll aus. Vielleicht sollte man es nur klar lackieren." Hausmeister Konrad Moskal gefällt ein anderer Aspekt fast noch besser: "Das wäre super zu reparieren", wenn's im Lauf der Zeit mal Schäden am Holz geben sollte. Ausbessern, Klarlack drüber - fertig. Jetzt soll die Farbgebung anhand von Musterflächen noch einmal neu zur Diskussion gestellt werden.

In den neuen Bodenhülsen können künftig Banden so befestigt werden, dass sie zwei Spielfelder begrenzen. Fürs Fußballtennis, das laut Bürgermeister Roland Strehl bei älteren Semestern immer beliebter wird, und für Turniere eröffne dies ganz neue Möglichkeiten. Die gibt es auch für die Gymnastikgruppen, für die es viel leichter wird, Barren oder Reck aufzubauen.

Für die Sanierung der Halle sind laut Markus Maier rund 300 000 Euro veranschlagt, davon 250 000 Euro reine Baukosten, der Rest für den neuen Boden - ein mehrschichtiger Linoleum-Sportbelag.

Die Tischtennisspieler freuen sich besonders. Darauf, dass sie künftig schwarz sehen in der Kümmersbrucker Dreifachsporthalle. Der neue Boden sorgt für mehr Überblick. Nicht nur bei dieser Sportart.

Mehr als 25 Jahre Dauerbelastung - das hält der beste Boden nicht aus. "Schulen, Vereine, Turniere belegen uns die Halle fast ständig", bilanzierte Bürgermeister Roland Strehl erfreut im Gespräch mit der AZ und sprach von einer "echten Erfolgsgeschichte". Aber die hat auch eine Kehrseite: Aufgesprungene Nähte und Risse - irgendwann ging es trotz etlicher Reparaturen einfach nicht mehr.

Seit Anfang Juli gesperrt


"Seit 2014 sage ich bei Sport-Veranstaltungen: Ich begrüße euch nächstes Jahr auf einem neuen Boden", sagte Strehl - es sei höchste Zeit, dieses Versprechen umzusetzen. Das geschieht seit Anfang des Monats. Seitdem ist die Rudolf-Scheuerer-Halle gesperrt. Inzwischen ist der alte Belag entfernt. Und brachte eine positive Überraschung zutage: "Wir dachten, wir müssten den Estrich aufarbeiten", gestand Bauamtsleiter Werner Bauriedl. Doch diese Unterschicht sei so gut in Schuss, dass daran nichts gemacht werden müsse.

Erfreulich war es laut Strehl auch, dass man weniger Bohrungen brauchte, als gedacht. In diesen Löchern werden Metall-Hülsen versenkt, in denen man später die neuen Banden und Turngeräte wie Reck oder Barren befestigen kann. Die werden in einem dunklen Hallenboden stecken: Der Gemeinderat hat sich für einen anthrazitfarbenen Belag mit fluoreszierenden Spielfeldlinien ausgesprochen. "Eine mutige Entscheidung", freut sich Strehl, bei der man sich auch von den hier aktiven Sportlern und Lehrern habe leiten lassen. Die wüssten aus - wenn auch bislang noch wenigen - anderen Hallen, dass auf dunklem Untergrund die Bälle viel besser zu sehen sind. Allerdings braucht man dafür eine stärkere Beleuchtung für die Wintermonate. "Wir wechseln dann gleich auf LED", betonte Werner Bauriedl. Das sei energetisch sinnvoll und habe sich durch die Stromeinsparung "in zehn Jahren amortisiert".

Bis Ende September fertig


Seit 1. Juli ist die Halle gesperrt - und wird es auch noch eine Weile bleiben. "Wir probieren's, dass wir es zeitnah zum Beginn des neuen Schuljahres hinbekommen", merkte Strehl an. Spätestens Ende September soll sie auf jeden Fall wieder nutzbar sein. Frühzeitige Absprachen mit den Schulen und Sportvereinen sowie deren Vorfreude auf die dann optimalen Trainingsbedingungen hätten dafür gesorgt, dass es keine Probleme mit den vorübergehend ausgesperrten Nutzern gebe. Die Schulen weichen aufs neue Aktivbad aus oder verlegen, ähnlich wie viele Vereine, ihr Training ins Freie. In begrenztem Maß dient auch die kleine Mehrzweckhalle als Ausweichquartier.

In der runderneuerten Dreifachturnhalle werden die Spielfelder mittig liegen. Bislang war das nicht so, weil man früher einmal vorhatte, an einer Längsseite eine Tribüne anzufügen, erinnert sich Bauriedl. "Die dann nie kam." Momentan schleifen die Handwerker die Holzverkleidung der Wände ab. "Übernächste Woche beginnt dann der Aufbau des neuen Bodens", kündigte Architekt Markus Maier an.

Eine mutige Entscheidung.Roland Strehl zur Wahl eines dunklen Hallenbodens


Wir probieren's, dass wir es zeitnah zum Beginn des neuen Schuljahres hinbekommen.Roland Strehl zum Fertigstellungstermin
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