Fastenpredigt
Aloisius betet zu Angela

Vermischtes
Kümmersbruck
15.03.2016
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Bürgermeister Roland Strehl hatte den Fastenprediger der CSU etwas beruhigt. Schließlich habe rhetorische Tiefschläge meist der Gemeindechef auszubaden. Bruder Aloisius verzichtete dann in seiner Predigt darauf, örtliche Politgrößen zu attackieren, um diesmal mehr das Alltagsgeschehen auf die Schippe zu nehmen.

Schon vor Beginn des CSU-Bockbierfests bei Tröster konnte sich Vorsitzender Stefan Roggenhofer über ein volles Haus freuen. Bruder Aloisius (Alois Schwanzl) griff eine Rüge von Gemeinderätin Veronika Frenzel auf, weil der Bürgermeister an zwei aufeinanderfolgenden Tagen die gleiche Krawatte getragen hatte.

Nach den Sitzungen der Bürgervertreter gebe es mit den SPD-Vertretern kein Stehseidl: Aloisius mutmaßte, das liege daran, dass sie immer gleich heim müssten zum Verbinden, weil die Wunden von der letzten Wahl so schlecht heilten. Er würde ja auch gerne einmal bei den Sozis predigen, bekannte der Bruder - er täte das sogar umsonst. Aber die Entfernung zur Kirche sei doch recht groß.

Die E-Mail im Schulbus


Veronika Frenzel rate er, etwas vorsichtiger zu sein mit ihrer Meinung in der Debatte um die öffentliche Toilette, als Kümmersbrucker könnte man auch zu Hause aufs Klo gehen. Ob damit gemeint sei, dass die neue Vilsaue für 300 000 Euro schon eine öffentliche Toilettenlandschaft sei? Der Breitbandausbau in Penkhof war ein weiteres Thema für Aloisius. Weil es damit so lange dauere, hätten sich die Bewohner der Ortschaft überlegt, ihre Mails auf ein Blatt Papier zu schreiben und sie dem Hipfner im Schulbus mitzugeben.

Strehls Allzweckwaffe


Nachdem die SPD gegen das Klohäusl gestimmt habe, sei es jetzt doch eine CSU-Toilette geworden. Bei dem zweiten Becken im Hallenbad gab es laut Aloisius von den Sozis ebenfalls kein Ja. Jetzt gingen sie beleidigt nicht rein. Birgit Singer-Grimm nannte der Prediger Strehls Allzweckwaffe. Wenn sich halt Schönheit, Charme und Intelligenz vereinten, könne nur eine Bürgermeisterin herauskommen. Er habe erfahren, sagte Aloisius, dass Bernhard Fleischmann jetzt nicht mehr für die Hallenbadbenutzung bezahlen muss. So sei eine Strafaktion positiv beendet worden.

Die AfD und die Pegida-Anhänger hätten jetzt alle Menschen aus ihren Weihnachtskrippen verbannt. Nur Ochs und Esel durften bleiben - und die würden jetzt der Pegida hinterherrennen. Den AfD-Leuten empfahl der Prediger, eine Urlaubsreise mit dem Schlauchboot über das stürmische Mittelmeer zu machen.

Ob er damit recht hatte, dass sich die Theuerner Tennisspieler zu viel auf dem Tennisplatz und zu wenig im häuslichen Ehebett bewegten, könne er nicht klar sagen, räumte Bruder Aloisius ein. Die Köferinger streifte er auch - die würden älter aussehen als 650 Jahre.

Kardinal Gerhard Müller sei ein richtiger Reformer, aber leider rückwärts, bis ins Mittelalter. Manchen Kurienkardinälen in Rom sei eine leere Kirche lieber als eine arme. Zur Angela, die einen schweren Stand habe, bete er jeden Tag: "Wehre ab Pegidas Pfeile, dass kein Unheil uns ereile, schirme uns, du starke Frau, Deutschland dieser Frau vertrau!"

Der Bildband für Lengenfeld zeigt laut Aloisius, dass man keine Dorferneuerung hatte. Dafür hätten sie dort aber bereits eine Milchtankstelle. Und Moos bekomme gar eine Kulturscheune! Der Prediger wünschte sich, der Landrat hätte aus Rom den Segen Urbi et Orbi mitgebracht: Den könnte er dann gleich der Stadt Amberg und dem Landkreis von seinem Balkon aus weiterreichen. Reisinger sei neben sehr vielen anderen Ämtern auch ein gefragter Diakon im ganzen Landkreis.

Der Erzengel Roland


Zuletzt wolle er noch etwas Aufbauendes sagen, meinte Bruder Alois - und betonte: "Gelobt sei der Erzengel Roland, der den roten Drachen bezwang und uns in die Glückseligkeit hinüber rettete." Dann hob er wie so oft an diesem Abend den Krug zum Prosit, entschuldigte sich bei der Menschheit für seine Zunge und Beweglichkeit und bekam sehr kräftigen Beifall.
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