Gärmersdorfer Instandsetzer feiern 60-Jähriges
Anfangen, wo andere aufhören

Die besten Schützen des Vergleichsschießens (von links) mit dem Schützenmeister der Patengemeinde Neukirchen, Benno Elefant, Hauptmann Florian Borkenhagen, Hauptmann Matthias Hein, Major Christian Männer, Dirk Hallbauer und Stabsunteroffizier der Reserve Michael Reif sowie die Bürgermeister der Patengemeinde Neukirchen,Winfried Franz, und von Kümmersbruck, Roland Strehl. Bild: usc
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Kümmersbruck
19.07.2016
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In 60 Jahren wurde sie schon zehnmal umgegliedert und umbenannt. Aufgestellt wurde diese Einheit am 1. Juli 1956 als leichte Feldzeugkompanie 4 in der Leopoldkaserne. Seit Juli 2003 gehört sie dem Logistikbataillon 472 an. Jetzt feierten die "Instler" als wohl traditionsreichste Einheit der Oberpfalz mit Gästen Geburtstag

Gärmersdorf. Ohne Versorgung und Instandsetzung geht nichts in der Truppe. In der Öffentlichkeit wird diese Einheit aber nicht so wahrgenommen wie etwa die Panzer- und Panzergrenadiertruppe mit ihren Kettenfahrzeugen. Die Gärmersdorfer arbeiten mehr im Hintergrund, sind aber für die Truppe unersetzlich. Nicht umsonst lautet das Motto der Kompanie: "Wo ihr aufhört, fangen wir an!" Major Christian Männer, ein waschechter Oberpfälzer, führt als Kompaniechef die "Vierte" in der Schweppermannkaserne. Am Wochenende präsentierte sie sich interessierten Familienangehörigen sowie Freuden aus der Paten-RK Holnstein und der Schützengesellschaft 1912 aus der Patengemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg.

Ein echter Hingucker


Dazu fuhren sie ihren umfangreichen Kfz-Bestand auf und öffneten die Instandsetzungs-Einrichtungen. Einen echten Hingucker trugen Mitglieder der Militärhistorischen Sammlung Amberg bei. Sie präsentierten einen generalüberholten Hotchkis, einen kleinen Aufklärungspanzer aus den frühen Jahren der Bundeswehr, Altgedienten noch als "Nato-Unterlegkeil" in Erinnerung.

Die Gärmersdorfer Kompanie mit über 200 Soldaten, darunter auch einige Frauen, spielt in der Instandsetzung von Radfahrzeugen eine überregionale Rolle. Nach einer Umorganisation hat sie die Arbeit an Kettenfahrzeugen abgegeben. Ihr Kundenkreis ist dennoch groß geblieben. Ihre Zuständigkeit reicht vom kleinen Geländewagen Wolf bis zum Zehntonner und dem relativ neuen gepanzerten Transport-Kraftfahrzeug (GTK) Boxer. Außerdem betreuen die "Vierten" auch Fernmeldegeräte, leichte und schwere Handfeuerwaffen, Elektronik in der Warmlufterzeugung, in Klimageräten und Stromerzeugern bis hin zu den Bereichen Optik und Optronik.

Überall einsatzfähig


Zur Kompanie gehören Spezialisten aus den Berufsbereichen Schreiner, Sattler und Schweißer. Ihre mobile Werkstatt kann, in Containern verpackt, überall hin verlegt werden, wo die Bodenbeschaffenheit einen Aufbau erlaubt. Dass diese Einheit (oder Teile davon) überall einsetzbar ist, bewies sie bereits bei mehreren Auslandverwendungen bei SFOR und EUFOR (Serbien), KFOR (Kosovo) und ISAF (Afghanistan).

Schüsse zum GeburtstagZur Feier ihres 60-Jährigen organisierte die Kompanie ein Vergleichsschießen mit der Schützengesellschaft Neunkirchen und der Reservistenkameradschaft Holnstein. Dabei zeigte sich, dass die Sportschützen und Ehemaligen sowohl mit der Pistole P8 als auch mit dem Gewehr G36 hervorragende Ergebnisse erzielen. Es siegte Joachim Jäger mit der P8. Den ersten Platz mit dem G36 teilten sich Michael Reif und Dirk Hallbauer. Gesamtsieger wurde Dirk Hallbauer. In der Mannschaftwertung rettete das Offiziersteam die Ehre der Bundeswehr: Kompaniechef Major Christian Männer sowie die Hauptmänner Florian Borkenhager, Matthias Hein und Robert Havlik. (usc)


AuslandseinsatzIm September gehen Züge der Instandsetzungskompanie wieder auf den Balkan, im November nach Afghanistan. Einzelabstellungen leisten die Gärmersdorfer für Einsätze in Somalia und Mali. In Vertretung des Bataillonskommandeurs (seit dem Wochenende in Afghanistan, um den Einsatz der Gärmersdorfer vorzubereiten), überbrachte Oberstleutnant Marco Pilhofer Glückwünsche. Er verwies auf den Verabschiedungsappell am Donnerstag, 8. September, in Kümmersbruck. Für die Patengemeinde Neukirchen gratulierte Bürgermeister Wilfried Franz, für die Standortgemeinde Bürgermeister Roland Strehl. Er wünschte für den Auslandeinsatz Soldatenglück und gesunde Wiederkehr. (usc)
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