IG greift alte Idee neu auf:
Ohne Ampel läuft es besser

Die Vilstalstraße in Haselmühl zwischen Vilsbrücke (oben links) und Netto-Markt (unten links) aus der Vogelperspektive: Die IG "Ortsdurchfahrt entlasten - Natur erhalten" schlägt vor, durch die Aufgabe des starren Ampel-Systems und die Schaffung von Kreisverkehren den Verkehr flüssiger zu machen. Bild: Georgi
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Kümmersbruck
05.01.2016
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"Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt ist nie so gut gelaufen wie in der Zeit, wo die Ampel bei der Vilsbrücke ausgefallen ist": Diese Erfahrung einer Anwohnerin der Vilstalstraße hat die IG "Ortsdurchfahrt entlasten - Natur erhalten" jetzt aufgegriffen.

Bei der Jahresabschlusssitzung der IG nahm dieses Thema breiten Raum ein. Die dazu eingeholten Meinungen bestätigten im Wesentlichen die Aussage der Anwohnerin. Das Fazit dieser kleinen Umfrage: Das starre, relativ unkoordiniert geschaltete Ampel-System provoziert geradezu Staus - vor allem zu Stoßzeiten.

Kreisel statt Ampel


Die IG hat dies schon vor über einem Jahrzehnt dem Gemeinderat vorgetragen, daran erinnert sie in einer Pressemitteilung. Sie hatte damals für ein System plädiert, das sich unterschiedlichen Bedarfszeiten flexibler anpassen kann, vor allem durch Kreisverkehre. Doch die Einsicht dafür - in Nachbarländern wie Frankreich oder den Niederlanden längst praktiziert - war damals hierzulande noch nicht vorhanden. Erst in den vergangenen Jahren hätten Straßenbauamt und Gemeinde den Vorteil von Kreiseln bei der Verteilung der Verkehrsströme erkannt und die ersten gebaut.

Ein Umbau der Haselmühler Ortsdurchfahrt ist, wie die IG betont, nach wie vor nicht vorgesehen - "weil man auf die Westumfahrung wartet, die angeblich alle Verkehrsprobleme lösen soll: Probleme, die trotz anderslautender Prognosen des untersuchenden Büros Prof. Kurzak geringer statt größer geworden sind". So habe die Verkehrsbelastung hier nicht zugenommen, sondern sei etwa auf dem Stand wie bei der ersten Zählung 1997. "Außerdem wird durch den Wegfall der Vilsspange die prognostizierte Entlastung zwischen Kirchensteig und Zeilenstraße nur noch bei 29 Prozent liegen", betont die IG. Diese Reduzierung werde "weder von der Lärm- noch der Abgasbelastung deutlich zu spüren sein".

Umfahrung dauert noch


Nach Aussagen von Bürgermeister Roland Strehl wird sich der Bau dieser Umfahrung jedoch noch beträchtliche Zeit hinziehen. Erst wenn eine noch anhängige Klage keinen Erfolg haben sollte, könne der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig werden. Danach erst könne ein Ratsbegehren gestartet werden, dem wiederum zunächst die Mehrheit des Gemeinderats zustimmen müsste. Sollte auch diese Hürde genommen sein, wäre es laut Strehl schließlich an den Bürgern, zu entscheiden, ob sie diese Straße wollten oder nicht. All dies könne noch "Jahre dauern".

Deshalb plädiert die IG nachdrücklich dafür, schon jetzt zu handeln - und zwar "mit Maßnahmen, die auch geeignet sein können, die geplante Umfahrung überflüssig zu machen".

Den Verkehr nicht unnötig stoppenAls kurzfristige Lösung der Verkehrsprobleme schlägt die IG vor, die Ampel an der Vilsbrücke probeweise stillzulegen und mit mehreren Bedarfsampeln an der Ortsdurchfahrt sichere Fußgänger-Überwege zu schaffen. Die Anlage am Bachweg, "die den Verkehr in beiden Richtungen phasenweise lahmlegt, könnte durch eine Bedarfsampel für Fahrzeuge per Induktionseinrichtung so geschaltet werden, dass der Verkehr auf der Hauptstraße nicht unnötig gestoppt wird". All dies sei kurzfristig umsetzbar, finanziell im Rahmen und könne den Verkehr flüssiger machen: "Mittelfristig ließe sich dann an die Realisierung eines Kreisverkehrs an der Vilsbrücke denken, dem langfristig weitere am Bachweg und an der Einmündung Zeilenstraße folgen könnten." Die IG ist überzeugt, dass eine ernsthafte Diskussion der Gemeinde mit den zuständigen Stellen dazu "Erkenntnisse bringen kann, die die Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer Westumfahrung in ganz neuem Licht erscheinen lassen". (zo)
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