Kinder legen in Theuern Fossilien frei
Überraschungseier aus dem Steinbruch

So sieht er aus, der Tharsis dubius.
Vermischtes
Kümmersbruck
06.09.2016
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Thuern. (e) Es gibt keine allgemein gültige Methode zum Präparieren und zum Sichtbarmachen von Fossilien. Jedes Exemplar, gesucht und gefunden in Steinbrüchen oder Bächen, erfordert eine genaue Prüfung und Überlegung, wie man vorgeht. Wer zu hastig oder unüberlegt an das Fossil herangeht, kann die versteinerten Zeitzeugen zerstören.

In Theuern waren solche Zeugen Schichten aus dem Lias (Schwarzer Jura), dem Dogger (brauner Jura) und dem Malm (weißer Jura), zwischen unvorstellbaren 195 und 145 Millionen Jahren alt: Von Einmaligkeiten schwärmten Fritz Schelenz vom Verein für Mineralogie Amberg-Sulzbach und Hobbypaläontologe Günther Ermer von der Gruppe Weiden. Beide leiteten das Präparieren von Fossilien im Schlosshof in Theuern.

Sie Experten zu nennen, ist wahrlich nicht übertrieben. Zigtausende von Exponate hat Schelenz aus rund 50-jähriger Arbeit daheim, und für Günther Ermer ist die Suche nach Fossilien faszinierend: "Das muss man sich mal vorstellen: Man ist als Finder der erste Mensch, der nach Millionen von Jahren so ein versteinertes Tier in der Hand hat." Damit auseinandergesetzt haben sich viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Schlosshof.

Lias-Fossilien, so sagte Schelenz, müssen von Hand oder Pressluft mit Sticheln auf einer mit Sand gefüllten Unterlage präpariert werden. Dogger-Funde haben oft eine Schalenerhaltung und können sowohl mit Sticheln von Hand oder Pressluft als auch mit einem Sandstrahler präpariert werden. Malm-Fossilien dagegen können nur mit Sticheln auf Sandunterlage von Hand und Pressluft präpariert werden. Aber für alle gilt, wie Schelenz aufklärte: "Es muss mit großer Sorgfalt und Vorsicht gearbeitet werden."

Das erfordert viel Geduld. Die hatten die begeisterten Jungen und Mädchen dann auch, um gesuchte, gefundene und mitgebrachte Ammoniten aus dem Vilstal, aus der Gegend um Aschach und Ehenfeld sichtbar zu machen. Dabei kamen Stichel, Schaber, Hammer, Nägel, Stahlbürsten oder kleine Meißel zum Einsatz. Ganz ohne Zweifel waren da die Hobby-Mineralogen der Zukunft am Werk. Wer dann auch noch Glück hat, der kann wie Fritz Schelenz sogar einen Tharsis dubius finden und aus dem Gestein herausarbeiten: Dieser Knochenfisch ist 140 Millionen Jahre alt und wurde bei Painten nahe Regensburg gefunden.
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