Kümmersbruck wird aktiv mit der Sportcard
Eine Karte bewegt

Das Maßband möglichst schmal fassen und dann beide Arme so weit es geht nach hinten bewegen - auch dafür ist Beweglichkeit gefragt.
Vermischtes
Kümmersbruck
18.11.2016
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Hier wird die Beweglichkeit "nachgemessen": Das sieht schon ziemlich gut aus - beim Vorneüberbeugen von einer Bank mit den Fingern tiefer zu kommen als zu den Zehen, das schafft nicht jeder.

Der erste Schritt ist getan. Das Interesse der Männer über 50 war groß - größer, als Bürgermeister Roland Strehl gedacht hatte. Die neue Sportcard fand reihenweise Abnehmer. Die müssen das Schnupper-Angebot jetzt nur auch wirklich nutzen. Denn in der Geldbörse bringt die neue Gesundheitskarte nichts.

Die Sportcard ist ein Ergebnis des Projekts "Action for Men" der Universitäten Bayreuth und Regensburg: Diese haben nach Sulzbach-Rosenberg, wo die Aktion schon länger läuft, mit Kümmersbruck einen zweiten Modellstandort ausgewählt. Hier soll ergründet werden, warum sich gerade Männer über 50 zu wenig bewegen - und was man tun kann, um dies zu ändern: Runter vom Sofa, heißt die Devise.

Genau hier setzt die Sportcard an. Sie wurde am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle offiziell vorgestellt - im Beisein vieler Interessenten, größtenteils genau aus der angesprochenen Zielgruppe. Bürgermeister Roland Strehl gehörte auch dazu. "Ich hab' sie schon", warb er für die Schnupperkarte, die danach viele weitere Abnehmer fand. Strehl erinnerte daran, dass Dr. Roland Brey, Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, vor einem Jahr mit einem Hinweis auf das Uni-Projekt den Startschuss für die Aktion gegeben habe. Die Details habe ein Arbeitskreis aus Vertretern der Unis, der Kümmersbrucker Sportvereine, des Landessportverbands, der Volkshochschule und der Gemeinde erarbeitet, der nach wie vor aktiv sei. Inzwischen gab es eine Fragebogenaktion zu den sportlichen Aktivitäten der männlichen Kümmersbrucker über 50 Jahren. Der Rücklauf war groß, die Auswertung läuft noch.

Die Teilnehmer dieser Umfrage, die bislang nichts, wenig oder schon lange nichts mehr mit Sport am Hut hatten, konnten trotzdem jetzt schon aktiv werden: Die Vereine, die bei der Sportcard mitmachen, waren am Mittwochabend alle in der Kümmersbrucker Mehrzweckhalle vertreten - mit viel Information über sich und ihr Programm, aber auch schon mit ersten Probeangeboten. Wer wollte, konnte also schon mal den neue Hallentrend Fußballtennis testen, erleben, warum beim Yoga die Atmung eine besondere Rolle spielt, oder sich auf die Judo-Matte wagen.

Dazu kamen als Motivationshilfe die Mitarbeiter der Unis Bayreuth und Regensburg, unter deren Anleitung man feststellen konnte, wie es um die eigene Beweglichkeit und Koordination bestellt ist. Da konnte sich der eine auf einer Bank mühelos so weit vornüber beugen, dass er mit den Fingern tiefer kam als bis zu den Zehen. Dem anderen dagegen fiel es schwer, die erhobenen Arme nach hinten über den Kopf zu ziehen: Hier könnte man in Sachen Beweglichkeit noch was tun - der Aha-Effekt kam beim Ausprobieren.

Dr. Helmut Strobl von der Uni Bayreuth lieferte dazu die passenden Hintergrund-Infos. Dazu gehörte der Hinweis, es sei nie zu spät, anzufangen mit Sport und Bewegung. Aber auch das Kompliment an die beteiligten Kümmersbrucker Institutionen: "Sowas in der Form gibt's sonst nicht, dass sich Vereine ohne Konkurrenzdenken zusammentun."

Die SportcardDie Sportcard kostet zehn Euro. Sie bietet die Möglichkeit, aus zwölf Schnupperangeboten Kümmersbrucker Vereine und Institutionen zehn Probestunden frei auszuwählen. Um dabei im Optimalfall nicht nur neue Trainingskollegen, sondern auch genau die persönlich passende Form von Sport und Bewegung zu finden. Kaufen kann man die Sportcard im Kümmersbrucker Rathaus (Gemeindekasse). Angesprochen sind hiermit zwar vor allem Männer über 50 Jahren aus Kümmersbruck, andere Interessierte sind aber auch willkommen.

Ein Faltblatt informiert über die beteiligten Vereine und Schnupperstunden - von Softballtennis mit dem TC Kümmersbruck bis zum Stockschießen mit dem SV Köfering.
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