Kümmersbrucks Örtchen ist fertig
Teueres WC hilft sparen

Auf dem Parkplatz gegenüber der Blauen Traube (im Hintergrund) steht Kümmersbrucks neues öffentliches WC: Keine gewöhnliche Toilettenanlage, sondern eine, die sich selbst reinigt. Bild: Hartl
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Kümmersbruck
06.09.2016
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Künftig muss keiner mehr verzweifeln, wenn er mal muss. Die neue öffentliche Toilettenanlage in Haselmühl steht und wird demnächst eingeweiht. Der Bau war nicht unumstritten. Wegen der hohen Kosten. Aber durch die erspart sich die Gemeinde einiges, sagt Bürgermeister Roland Strehl.

Haselmühl. Rund 130 000 Euro kostet das WC-Häuschen, davon 75 000 Euro plus Mehrwertsteuer nur für den eigentlichen Container mit Toilette, Pissoir und Waschbecken: Das sei natürlich kein Schnäppchenpreis, das räumt Strehl im Gespräch mit der AZ gerne ein. Aber diesen Preis müsse man zahlen, wenn man eine solche Anlage wolle, die sowohl vandalensicher als auch selbstreinigend sei.

Ausgeklügeltes System


Letzteres sei "ein ausgeklügeltes System. Und das gibt es nur von einem Anbieter" - zum entsprechenden Preis. Zur eigentlichen WC-Anlage kommen im Fall Haselmühls noch der nicht ganz einfache Bau der Bodenplatte, bei dem man auf Fels gestoßen war, Wasser- und Kanalanschluss sowie die Pflasterung. Trotz der enormen Kosten sei eine solche Einrichtung für eine Gemeinde von der Größe Kümmersbrucks "kein Luxus", macht Strehl klar.

Nach den Erfahrungen, die die Gemeinde mit ihrem bisherigen öffentlichen WC beim Friedhof gemacht hat, war für Strehl die Sauberkeit ein besonders wichtiges Anliegen: "Das Reinigen, darum geht es!" Der Gemeindechef will nicht in unappetitliche Details gehen, aber: Es sei schon erschreckend, "wie manche sich in solchen öffentlichen Toiletten aufführen". Eine Zumutung, nicht nur für andere Nutzer, sondern auch für das Reinigungspersonal. Das habe sich bei der WC-Anlage am Friedhof schon geweigert, dort zu putzen.

"Spart Folgekosten"


Diese Probleme werde man beim neuen Toilettenhäuschen in Haselmühl auf dem Parkplatz gegenüber der Blauen Traube nicht haben, betont Strehl - die Anlage reinigt sich selbst. Das hat seinen Preis. Aber "damit ersparen wir uns Folgekosten", sagt der Bürgermeister und erklärt das System: "Nach jedem Toilettengang wird die Klobrille eingezogen und gereinigt. Und der Boden wird gespült."

Senioren, Wirte, Kinder


Mit dem öffentlichen WC in der Ortsmitte und nahe an der Haupt-Geschäftsader erfülle sich ein langgehegter Wunsch von Seniorenbeirat, Gastronomen und Kindergärten, weiß Strehl. Er setzt dieses Projekt angesichts der teilweise hitzigen Kostendebatte auch in Relation zu anderen: Für die Umgestaltung der Vils-aue habe man 300 000 Euro ausgegeben, für das Kneippbecken in Theuern inzwischen über 110 000 Euro - da bleibe mit Blick aufs neue Örtchen abzuwarten, "wo mehr Leute unterwegs sind".
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