Max Birner erinnert sich an den größten Boxer aller Zeiten
Mit Ali bei Olympia

Der junge Bursche im USA-Trainingsanzug mit der Goldmedaille um den Hals (links unten im Fotoalbum) ist Cassius Clay, der später als Muhammad Ali der berühmteste Boxer aller Zeiten werden sollte. Max Birner traf ihn 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom und ließ sich ein Autogramm geben. Bild: Hartl
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Kümmersbruck
08.06.2016
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Wenn am Freitag die Meldungen über die Beerdigung von Muhammad Ali über den Bildschirm flimmern, braucht Max Birner nicht hinzusehen. Er hat ein eigenes Bild vom größten Boxer aller Zeiten.

Birner hat bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 eine Aufnahme gemacht, die den 18-jährigen, frisch gebackenen Olympiasieger mit seiner Goldmedaille um den Hals zeigt.

Birner war damals 19 Jahre alt und über das Programm "Deutsche Jugend für Olympia" nach Rom gekommen, wie er im Gespräch mit der AZ erzählt. Dabei ging es um sportliche Wettkämpfe - in der Leichtathletik 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen - dann Bodenturnen und 50 Meter Schwimmen, aber auch um allgemeine Fragen, die zu beantworten waren. Und vor den Ausscheidungsrunden hatte jeder Teilnehmer einen Aufsatz einreichen müssen.

Per Sonderzug nach Rom


"Wir waren damals zu zweit aus Amberg", erinnert sich Birner an die Ausscheidung in München. Dort trafen sich 300 Leute aus ganz Bayern. 80 kamen weiter. Dabei: Max Birner. Die nächste Runde in Duisburg. "Das Gleiche nochmal, mit 1500 Leuten aus ganz Deutschland." 600 davon überstanden es und saßen bald im Sonderzug von München nach Rom. Alle bekamen einheitliche Kleidung ("das war dann wie eine Uniform"), Ausrüstung, einen Koffer. Max Birner denkt auch gern daran zurück, dass der TV, in dem er Sport trieb, seine Reise finanziell unterstützt hat.

In Rom bezogen die jungen Deutschen ein Zeltlager an der Via Appia. "Jeden zweiten Tag konnten wir dort Karten für Wettkämpfe der Spiele abholen." Im Olympischen Dorf waren die Schlachtenbummler gerngesehen. Dort lief ihnen eines Tages Ali über den Weg. Wobei der damals noch Cassius Clay hieß, denn erst 1964 änderte er seinen Namen. Ein aufgewecktes Kerlchen war er aber auch schon 1960. Die verbale Kommunikation mit den fünf deutschen Jungs, die ihn erkannt hatten, gestaltete sich schwierig ("wir konnten damals ja alle kein Englisch"), aber Autogramme gab der stolze Olympiasieger gerne, und dabei fotografierte ihn Max Birner. Das Bild hat einen Ehrenplatz im Fotoalbum des Kümmersbruckers. Das Autogramm - "es war hinten auf einer Eintrittskarte" - ist allerdings im Laufe der Jahre irgendwann mal verschwunden.

Später Sportlehrer


Die Liebe zum Sport, die als Zuschauer bei den Spielen in Rom einen frühen Höhepunkt fand, hat Max Birner sein Leben lang nicht mehr losgelassen. Nach einer Lehre als Schlosser und einiger Zeit auf der Ingenieurschule orientierte er sich mit 21 Jahren um, studierte Sport und wurde damit Fachlehrer. 28 Jahre war er an der Auerbacher Schule eingesetzt. In der Leichtathletik gewann er mit dem Speer und dem Diskus den Titel eines Oberpfalzmeisters. Außerdem wurde er Skilehrer, spielte 20 Jahre lang Volleyball und fährt noch heute gerne Inliner. Ihm hat offenbar der Sport seine Gesundheit erhalten.
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