Mitgliederrückgang bei Haselmühler Siedlern
Warten auf die Enkel

Bürgermeister Roland Strehl mit den langjährigen aktiven Siedlern Helene Güldenberg, Manfred Moser, Ute Graml, Heinrich Schäfer, Georg Schmid, Angelika Grötsch, Reinhard Ott und Monika Nicklas (von links). Bild: e
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Kümmersbruck
19.03.2016
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Haslmühl. (e) Weil der erkrankte Kassenverwalter Werner Geiger nicht bei der Mitgliederversammlung der Haselmühler Siedler im Verband Wohneigentum dabei sein konnte, verschob Vorsitzender Heinrich Schäfer die eigentlich angekündigten Neuwahlen.

Seine Siedlergemeinschaft sei "kein Unterhaltungsverein, der mit allerlei Festivitäten glänzen will: Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Belange der Mitglieder zu vertreten." Was deren Zahl betrifft, sei die Entwicklung nicht so positiv: "Wir warten noch auf den Ansturm der Enkelgeneration", meinte Schäfer, nachdem sich der Mitgliederstand (241) wieder leicht nach unten entwickelt habe.

Anerkennung zollte der Vorsitzende den Ehrenamtlichen: dem Ehepaar Kugler, Ute Graml (zwölf Jahre Schriftführerin und Siedler-Zeitungsausträgerin), Gerhard Bauer aus Köfering, Helmut Feuchtwurzer, Monika Nicklas, Kurt Sailer und Erwin Kugler. Stellvertretender Kreisvorsitzender Reinhard Ott schloss sich den Dankesworten an.

Die Aktiven seien fast alle über 70 Jahre alt, da sei solcher Einsatz nicht selbstverständlich, betonte Schäfer. Im Vorstand sei das nicht anders. "Der Jüngste ist unser Kassier - und der ist 60 Jahre alt": Eine Verjüngung sei also dringend geboten.

Die Zeit der Versammlungen sei bald vorbei, prognostizierte Schäfer angesichts immer mehr dominierender Internetauftritte. Auch für "seine" Siedler wünscht sich Schäfer eine eigene Homepage.

Ausgezeichnet20 Jahre Treue: Karl Wunschel, Angelika Grötsch, Thomas Gubisch, Johann Schwarz, Hort Hilbig, Peter Kern, Markus Birner

30 Jahre: Dorothea Besold, Hildegard Karzmarczyk

40 Jahre: Helene Güldenberg, Monika Nicklas, Georg Schmid .


Straßenausbaubeitrag bleibt umstrittenDie Änderung des Straßenausbaubeitragsrechts sprach Bürgermeister Roland Strehl bei den Siedlern an: Gemeinden hätten nun die Möglichkeit, alternativ zu den bisherigen Einmalzahlungen jährliche wiederkehrende Beiträge zu verlangen. Letztere lägen nach den Erfahrung aus anderen Bundesländern bei wenigen Hundert Euro pro Jahr.

Stellvertretender Kreisvorsitzende Reinhard Ott war mit den Änderungen nicht einverstanden: Namens des Verbandes Wohneigentum plädierte er dafür, diese Umlage ganz zu streichen, anstatt nur über das Verfahren der Finanzierung zu sprechen. Ott verwies auf die Forderung seines Verbandes, die Eigentümer nicht einseitig zu belasten. Eine einheitliche Regelung bestehe aktuell in Bayern ohnehin nicht.

SPD-Fraktionssprecher Manfred Moser favorisiert einen moderaten Aufschlag auf die Grundsteuer: Diese beteilige auch Mieter von Mehrfamilienhäusern durch die Umlagefähigkeit der Steuer an den Kosten - nicht nur Grundstücksbesitzer. (e)

Die Haselmühler Siedler wollen nach den Worten ihres Vorsitzenden kein Unterhaltungsverein sein. Sind sie auch nicht: In ihrer Mitgliederversammlung ging es um die Beiträge zum Straßenausbau und um die Ortsumgehung.

Haslmühl. (e) Bürgermeister Roland Strehl berichtete, dass man eine Fläche von rund 50 Hektar brauche, um die 5,75 km Umfahrung bauen zu können. Aktuell werde die Bausumme auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Als staatlicher Zuschuss sind 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Aussicht, so dass laut Strehl die Gemeinde rund fünf Millionen Euro selbst tragen müsse (in kommunaler Sonderbaulast).

Die zunächst geplante Vilsspange wird es nicht geben. Die Umgehung soll in die vorhandene Bruno-Hofer- Straße münden. Der Gemeinde gehörten auf der geplanten Trasse allerdings noch keine Flächen, betonte Strehl. Die höchste Verkehrsentlastung (rund 60 Prozent) sei im Bereich Lengenfeld zu erwarten: "Alle anderen Varianten einer Ortsumfahrung erzielen höchstens ein Drittel der Entlastungswirkung einer Westumfahrung." Der Bürgermeister unterstrich: "Angesichts der Dimensionen in Sachen Flächenverbrauch, Kosten der Baumaßnahme halte ich die Beteiligung der Bürger an der Entscheidungsfindung für unabdingbar." Das Ziel sei eine "breit angelegte Diskussion in der Bürgerschaft über Für und Wider dieser Maßnahme". Später müssten dann noch Infoveranstaltungen und Ortstermine für alle Interessenvertreter folgen.

Auch der zweite Planfeststellungsbeschluss sei beklagt worden, sagte Strehl. Das Verfahren gehe seinem Ende entgegen. Er vermutet, dass die Klage abgelehnt wird. Danach soll möglichst bald der Bürgerentscheid folgen - wenn es nach Strehl geht, noch vor der Sommerpause: "Im Ja-Fall rechnet man mit zehn Jahren Bauzeit, ehe das erste Auto fährt."

Das rief den Widerspruch von SPD- Sprecher Manfred Moser hervor: "Das kann ja nicht sein. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit der vorzeitigen Besitzeinweisung." Genügend Tauschflächen seien vorhanden, weil in den vergangenen Jahren rund 80 Hektar gekauft worden seien. Moser wies darauf hin, dass die Westumgehung im Gemeinderat mehrheitlich schon beschlossen sei. Die Haltung der SPD sei unverändert: "Wir stehen zur Westumfahrung" - aber gegen ein Ratsbegehren. Denn betroffen seien Lengenfeld, Haselmühl und Kümmersbruck, alle anderen Ortsteile seien ziemlich außen vor.
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