Penkhofer Hochbehälter saniert
Und keiner hat's bemerkt

Vertreter der beteiligten Firmen, der Verwaltung und Gäste trafen sich zum Abschluss der Hochbehälter-Sanierung in Penkhof. Bilder: e (3)
Vermischtes
Kümmersbruck
14.07.2016
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Der Einstieg zu den Wasserkammern im Vorraum. Bilder: e (2)

Seit gut zwei Jahren wurde in Penkhof auf einer ebenso bedeutsamen wie millionenschweren Baustelle gearbeitet - und niemand hat's bemerkt.

Enormer Aufwand


Oder, wie Diplom-Ingenieur Norbert Winter vom Büro Seuß resümierte: "Wir haben diese erheblichen Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb durchführen müssen - mit enormen Aufwand. Das war schwer." Verbunden mit dem Dank an Gemeinde und Behörden war ein gewisser Stolz. Denn jetzt ist die Sanierung zur Zufriedenheit aller und "mit Auszeichnung" der beteiligten Firmen beendet. Das war Grund für die Gemeinde, zu einer abschließenden Besichtigung und Feier einzuladen.

Werkmeister erleichtert


Bürgermeister Roland Strehl und Werkmeister Günther Karzmarczyk, dem nach der reibungslosen Sanierung auch erheblich leichter war, hatten dazu die Verwaltung eingeladen, den Gemeinderat, die Mitarbeiter von "Wasser Energie Kümmersbruck" (WEK), die Vertreter des Gesundheitsamts, des Wasserwirtschaftsamts Weiden, das Ingenieurbüro Seuß (Planung, Ausschreibung, Bauleitung), das Ingenieurbüro Bäumler (Statik), ELO Consult (Elektrofachplanung) und die Baufirma Mickan. Alle wurden mit dem gleichen Prädikat bedacht: Gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Großer Bahnhof also in Penkhof.

Strehl vermeldete erfreut Vollzug: Zwei neue Wasserkammern mit jeweils 1000 Kubikmetern Fassungsvermögen haben die Vorgänger von 1973 und 1984 abgelöst. Man könne jetzt einen auf dem neuesten Stand der Technik sanierten Hochbehälter präsentieren, "der dazu beiträgt, damit wie bisher auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung der Bürger mit Trinkwasser gewährleistet werden kann". Mindestens 30 Jahre lang würden die neuen Anlagen ihren Dienst tun: Sie gleichen den Unterschied zwischen Wasserzufluss und -entnahme aus, decken Verbrauchsspitzen ab und stellen einen Vorrat zur Überbrückung von Betriebsstörungen sowie zur Brandbekämpfung bereit.

Gebührenerhöhung wird wohl nötigAusführlich nahm Bürgermeister Roland Strehl zu den Kosten Stellung. Der Eigenbetrieb WEK (Wasser Energie Kümmersbruck) habe für die Sanierung des Hochbehälters insgesamt netto rund 1 034 000 Euro (voraussichtliche Schlussrechnung inklusive aller Bau-Nebenkosten) ausgegeben: "Das ist eine stolze Summe, die da investiert wurde. Aber die Sicherstellung des einwandfreien Lebensmittels Trinkwasser für unsere Gemeinde und der verantwortungsvolle Umgang damit rechtfertigen diese hohen Kosten."

Damit sei man sogar noch unterhalb der ursprünglichen Kostenrechnung von netto 1 165 000 Euro geblieben.

Finanziert wurde das Mammutprojekt laut Strehl größtenteils durch Fremdmittel. Zugute gekommen sei dem Eigenbetrieb WEK dabei das derzeit günstige Zinsniveau für Kommunalkredite. "Nachdem für die Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen keine staatlichen Zuschüsse gewährt werden und der Eigenbetrieb WEK auch keine Verbesserungsbeiträge von seinen Anschlussnehmern erhebt, müssen diese Investitionen voll über die Wassergebühren finanziert werden."

Letztere betrügen derzeit für die WEK-Kunden netto 1,12 Euro pro Kubikmeter plus sieben Prozent Mehrwertsteuer. Damit liege man im Vergleich mit anderen Kommunen deutlich unter dem Landkreisschnitt von netto 1,41 Euro.

WEK beabsichtigt nach Bürgermeister Strehls Worten, noch in diesem Jahr eine neue, kostendeckende Gebührenkalkulation zu erstellen: "Eine leichte Erhöhung der Wassergebühren wird dabei unumgänglich sein, damit auch in Zukunft Investitionen in die Erhaltung, Modernisierung und den Ausbau von Versorgungsanlagen getätigt werden können."(e)

Chronologie

September 2013: Bei der Reinigung der beiden Wasserkammern stellen die Wasserwarte Schäden an den Wandoberflächen fest.

Oktober 2013: Ingenieurbüro Seuß wird eingeschaltet.

Dezember 2013: Betontechnische Untersuchung der entleerten Behälter durch den TÜV; Empfehlung: Kurz-/mittelfristige Sanierung.

April 2014: Gemeinderatsbeschluss und Planungsauftrag für Sanierung an Ingenieurbüro Seuß.

Juli 2014: Besichtigung des Hochbehälters durch Gemeinderat mit Vorstellung der Planung/Kosten.

März 2015: Beginn der Sanierung durch Firma Mickan.

Juli 2015: Inbetriebnahme der linken Wasserkammer nach Sanierung.

Februar 2016: Inbetriebnahme der rechten Wasserkammer nach Sanierung.

Ende Juni 2016: Abschluss der Sanierung. (e)
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