Pfarrvikar Thomas Arokiasamy stellt seine Heimat vor
Sein Wunsch: Priester in Deutschland sein

Pater Thomas mit Maria Flierl vom Seniorenkreis. Bild: hi
Vermischtes
Kümmersbruck
18.06.2016
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Er ist in Kümmersbruck 7348 Kilometer von seiner Heimat entfernt: Pfarrvikar Thomas Arokiasamy stammt aus Kerala in Südindien, wurde am 24. April 2010 zum Priester geweiht und ist seit 1. August 2015 in Deutschland. Sein Weg führte ihn in die Pfarrei St. Wolfgang. Hier berichtete er den Senioren von seinem Herkunftsland.

Schon Deutsch gelernt


Es war Arokiasamys Wunsch, in der Bundesrepublik als Priester zu wirken und Deutsch zu lernen - auch wenn viele seiner Kollegen mit ihren englischen Sprachkenntnissen die USA oder Kanada bevorzugt haben. Der neue Vikar, sehr beliebt in der Gemeinde, lernt eifrig die neue Sprache - und gab sich viel Mühe, sich bei den Senioren verständlich zu machen. Im Landkreis trifft er sich mit Kollegen, zum Beispiel in Vilseck und Amberg.

Aus seinem Herkunftsland erzählte er über Positives, aber auch über schlimme Probleme. Die Religionen waren dabei ein Thema. In Kerala und dem benachbarten Tamir sind 81 Prozent der Menschen Hindus, 2 Prozent Christen und 13 Prozent Muslime, die laut Arokiasamy nicht willkommen sind. 1498 hätten die Portugiesen Kerala für das Christentum gewinnen wollen. In Indien gebe es zwar 30 Erzbistümer, 27 000 Priester und 90 000 Nonnen, man müsse sich aber gegen Gewalt von Hindus wehren. Derzeit lebten in Indien 27,8 Millionen Christen. 2016 wurden nach Arokiasamys Worten allein in Kerala zwölf neue Priester geweiht. Der Pfarrvikar hat drei Brüder und zwei Schwestern, von denen eine als Nonne in Afrika wirkt.

Kampf an vielen Fronten


Indische Familien hätten heute nur noch höchstens zwei Kinder, erzählt der Vikar: Früher mussten fünf bis sieben Sprösslinge ernährt werden. Arokiasamy beklagte den Kampf der Hindus gegen Andersgläubige und die Not vieler Menschen im Land. Diese müssten mit umgerechnet zwei Euro am Tag auskommen - bei einem Monatseinkommen von durchschnittlich 80 Euro für die ganze Familie. Es fehle an Ärzten, Strom und Wohnungen in einem Land, in dem Rebellen Aufstände anzettelten und "Indien an vielen Fronten kämpft". In einem weiteren Referat will der Pfarrvikar noch mehr berichten - wenn er sich besser in seiner neuen Sprache ausdrücken kann.
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