Reservisten Oberpfalz Mitte feiern 40-Jähriges
Die Kameradschaft kann man nicht kaufen

Jubilare standen im Mittelpunkt des Festabends zum 40-jährigen Bestehen der Reservisten-Kreisgruppe Oberpfalz Mitte. Neben Kreisvorsitzendem Bertram Gehard (links) gratulierten viele Ehrengäste. Bild: bö
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Kümmersbruck
09.11.2016
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Für den Festvortrag ihres 40 jährigen Bestehens haben die Reservisten der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte den stellvertretenden Präsidenten ihres Bundesverbandes und Mitglied des Deutschen Bundestages Dr. Karl-Heinz Brunner gewinnen können. Sein Thema war: "Herausforderung an die Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts im Hinblick auf die Bundeswehr und ihre Reservisten".

(bö) "Die Kameradschaft ist unser höchstes Gut. Sie kann man nicht kaufen, sondern nur erleben und erfahren im Miteinander": Nicht nur der Vorsitzende der Reservisten der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte, Oberstleutnant der Reserve Bertram Gebhard, ist davon überzeugt, sondern auch die 1728 Mitglieder in 37 Kameradschaften. Das 40-jährige Bestehen der Kreisgruppe feierten ihre Vertreter in der Schweppermannkaserne.

Weg der Türkei riskant


Anerkennung zollten der freiwilligen Reservistenarbeit über vier Jahrzehnte viele hochrangige Gäste aus Militär und Politik. Den Festvortrag hielt der stellvertretende Präsident des Reservistenverbands, Bundestagsabgeordneter Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD). Sein Thema war die aktuelle Sicherheitslage in Europa und die Herausforderungen an die Reservisten im 21. Jahrhundert.

Er erzählte von seinem Besuch der Bundeswehrsoldaten in Incirlik und der politischen Entwicklung in der Türkei. "Nachdenklich hat mich das schon gemacht: Bei unserem Aufenthalt in Ankara und dem Weiterflug nach Incirlik habe ich zum ersten Mal von meinem Immunitätsrecht als Abgeordneter gegenüber türkischen Sicherheitsbehörden Gebrauch machen müssen." Der Weg, den dieses Land jetzt eingeschlagen habe, sei "ein sehr riskantes Manöver" gegenüber den Verbündeten. Informationen bekamen die Reservisten von den aktuellen Truppen-Stationierungen im Osten des Militärbündnisses, auch mit Soldaten aus der Oberpfalz, bis hin zur Lösung für eine gesicherte Lufttransportfähigkeit der Bundeswehr.

"Wir brauchen die Reserve für künftige Herausforderungen", betonte Brunner. Allerdings sei diese nicht dazu da, um Personallücken zu schließen.

Höchste Auszeichnung


Mit der höchsten Auszeichnung, die der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr vergeben kann, der Ehrennadel in Gold, wurde der Vorsitzende der Amberger Reservisten, Werner Koller, ausgezeichnet. In Silber dürfen sie jetzt auch Norbert Bücherl und Gerhard Lindthaler, beide aus Freihung, sowie Manfred Fuchs von der Reservistenkameradschaft Birgland-Alfeld tragen.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Verband wurde der Lintacher Reservistenvorsitzende Wolfgang Richthammer geehrt, für 40 Jahre Wolfgang Hauptig aus Teublitz und für 10 Jahre Michael Bauer aus Sulzbach-Rosenberg.

Eine Fahrzeugschau des Logistikbataillons 472 und ein Damenprogramm mit einem Besuch im Fledermaushaus in Hohenburg sowie in der Kreuzermühle in Allersburg rundeten den Tag ab.

HintergrundBegonnen hat die Ära der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte am 23. Oktober 1976 mit zwölf Kameradschaften. Zum Gründungsvorsitzenden wählten sie Gerd Heinz Schmitz aus Schmidmühlen. Wie ihr aktueller Vorsitzender Bertram Gebhard sagte, sei es den Reservisten immer wichtig gewesen, die Akzeptanz des Militärs in der Bevölkerung zu erhalten und die Bundeswehrstandorte der Region zur Unterstützung ihrer freiwilligen Arbeit hinter sich zu wissen. Letztere sei auch Oberpfälzer Lebensart, Heimatverbundenheit und Brauchtumspflege. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich auch eine enge Partnerschaft mit US-Einheiten in Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels entwickelt.

Kennzeichnend für die Reservistenkameradschaften seien in erster Linie "die Menschen an der Basis, die mit ihren herausragenden Fähigkeiten, ihren Fertigkeiten und ihrem Willen zur Arbeit im Team zum Erfolg beitragen und das Ganze prägen", sagte Gebhard: "Unsere Führungskultur ist weniger von militärischen Hierarchien geprägt, wie es der Blick auf die Schultern vermuten lässt." Offizier, Unteroffizier oder Mannschaftsdienstgrad - "der gemeinsame Auftrag verbindet uns über Funktionen und Dienstgrade hinaus". Der Teamgeist baue auf Vertrauen auf, aber auch auf Zuordnung von Befugnissen, um Eigeninitiative zu stärken. (bö)
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