Rettungskette Forst sorgt für schnelle Hilfe im Notfall
Schild weist Rettern den Weg

Bürgermeister Roland Strehl (rechts) und Richard Schecklmann (links) verfolgten die Markierung des 267. Rettungstreffpunkts. Bild: e
Vermischtes
Kümmersbruck
17.12.2015
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Bei Unfällen bei der Waldarbeit ist es oft (überlebens-)notwendig, Rettungskräfte rasch und sicher zum Verletzten zu bringen. Dabei hilft neuerdings die Rettungskette Forst.

"Es ist nach Lengenfeld (Dorfplatz), Theuern (Parkplatz Sportheim) und Haidweiher (Parkplatz Rasthaus) der vierte Rettungspunkt in unserer Gemeinde", sagte Bürgermeister Roland Strehl bei der Aufstellung des Schildes durch Bauhofbeschäftigten und Richard Schecklmann, Bereichsleiter Forsten in Amberg. Nach dessen Worten gibt es inzwischen insgesamt 267 Rettungstreffpunkte in der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Gekennzeichnet sind sie durch prominent platzierte Schilder, leicht erkennbar, mit einheitlicher Nummerierung und Aufmachung.

Die Nummerierung setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen (zum Beispiel AS) und einer fortlaufenden Ziffernfolge. Die beginnt bei von Privatwaldförstern angelegten RTP immer mit 2, bei von Staatswaldförstern angelegten immer mit 1. Wenn es um Waldunfälle geht, ist Roland Strehl als ehemaliger Amberger Forstamtsleiter ein Experte: Er bestätigte die Häufigkeit von Waldunfällen - und dass hier schnelles Eingreifen und notärztliche Versorgung nötig seien. Betroffen seien beileibe nicht nur Waldarbeiter, sondern auch Jogger, Wanderer oder Jäger. Im Fall der Fälle sei es essenziell, einen sicheren Treffpunkt für die Retter angeben zu können.

Die Einrichtung von Rettungspunkten sei auch im Interesse der Gemeinde, betonte Strehl. Natürlich könnten diese nur genutzt werden, wenn Waldbesitzer und -arbeiter oder Besucher wüssten, wo sich der nächstgelegene befindet. Lebensrettend kann es deshalb laut Richard Schecklmann sein, sich vor einem Waldbesuch über die Lage und Identifikationsnummer der Rettungspunkte zu informieren. Ratsam sei es auch, vor Arbeitsbeginn im Wald erst die Netzverbindung des Mobiltelefons zu prüfen - um dann bei der Absetzung eines Notrufs die Retter an den Treffpunkt lotsen zu können.

Die neuen RettungstreffpunkteJedes Jahr gibt es mehrere Tausend Unfälle bei der Waldarbeit: Schwere, schwerste und sogar tödliche. Knapp 4000 hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern aktuell registriert.

Neben denen, die hier arbeiten, bewegt sich auch ein Heer von Joggern, Wanderer, Bikern und Spaziergängern in den Wäldern. Weil das Gelände dort in der Regel unübersichtlich, uneben, schwer begeh- oder befahrbar ist, ist die Bergung Verunglückter meist sehr schwierig. Mit der Rettungskette Forst ist das Vorgehen in diesen Fällen für Staats-, Kommunal- und Privatwald vereinheitlicht worden.

Zentrale Einrichtungen sind dafür die Integrierte Leiststelle (ILS), der Rettungsdienst (RD) und die Rettungstreffpunkte (RTP). Die wurden von den Revierförstern nach einheitlichen Kriterien in gleichmäßiger Verteilung nahe der Waldflächen festgelegt: Standort sowie Anfahrtsweg sind bei den zentralen Einrichtungen exakt beschrieben und im Einsatzleitsystem der ILS hinterlegt. (e)


So funktioniert'sIm Notfall ergibt sich beispielhaft folgender Rettungsablauf: Der Arbeitskollege (Waldarbeit sollte immer zu zweit erfolgen) versorgt erst den Verletzten, sichert die Unfallstelle und meldet dann über Mobiltelefon die ILS (Notruf 112) den Unfall - mit Angaben zu Verletzung, Ort, Entfernung zum nächsten Weg, Geländeverhältnissen und nächstem Rettungstreffpunkt (RTP). Danach geht er selbst zum RTP, um eintreffenden Retter schnellstmöglich zum Unfallort zu lotsen. (e)
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