Seniorenrundfahrt in Kümmersbruck
Die Umgehung direkt im Blick

Vom künftigen Pendlerparklatz an der Vilstalstraße aus hat man fast die halbe Trasse der Westumgehung im Blick: Hier erläuterten Bürgermeister Roland Strehl und Bauamtsleiter Werner Bauriedl den Teilnehmern der Seniorenrundfahrt die aktuelle Planung des Mammutprojekts. Bilder: e (2)
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Kümmersbruck
14.07.2016
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Links ist die alte Vilsbrücke zu sehen - rechts daneben, in 15 Meter Entfernung, werden die Fundamente für das neue Bauwerk errichtet. Erst wenn es steht, kann die alte Brücke abgebrochen werden. Bis dahin wird wohl ein Jahr vergehen, erfuhren die Kümmersbrucker Senioren.

Die Tour endete bei Kaffee und Kuchen. Eine Kaffeefahrt war es aber beileibe nicht - sondern ein Einblick in laufende oder geplante Projekte in Kümmersbruck. Und zwar direkt an Ort und Stelle. Dazu hatte die Gemeinde ihre Senioren eingeladen.

Zu dieser Busrundfahrt hatte Bürgermeister Roland Strehl die er Senioren eingeladen. Los ging's bei brütender Hitze um 14.30 Uhr in Theuern - mit dabei Bauamtsleiter Werner Bauriedl mit einem ganzen Stapel voll Plänen, Barbara Hernes vom Seniorenmosaik und der Gemeindechef mit der Flüstertüte.

Seit 20 Jahren Thema


Eine wichtige Anlaufstelle war der geplante Pendlerparkplatz zwischen der A 6 und Lengenfeld, rechts der Staatsstraße 2165. Strehl hatte diesen Standpunkt ganz bewusst gewählt: Von hier aus konnten die Teilnehmer fast die Hälfte der Trasse sehen, auf der die Westumfahrung verlaufen soll. Auf einem Plan erläuterte Strehl die komplette Strecke. Er ließ den Werdegang der Planungen der vergangenen 20 Jahre Revue passieren, die ja die meisten Senioren direkt oder indirekt miterlebt haben. Die Staatsstraße durch Lengenfeld/Haselmühl/Kümmersbruck entlasten, das sei die Triebfeder, die Grundidee der Westumfahrung gewesen, erläuterte Strehl. Zum aktuellen Sachstand berichtete er: Eine Klage gegen die Straße sei nach wie vor beim Verwaltungsgericht in Regensburg anhängig. Die Gemeinde habe zwar Interesse an einer zügigen Bearbeitung, betonte der Bürgermeister - aber keine Möglichkeit, auf das Verfahren einzuwirken.

Zu finanziellen Dimension sagte Strehl: "Eine aktuelle Kostenschätzung gibt es nicht." Hoch gerechnet werde derzeit aber "eine Zahl von 25 Millionen" genannt. Aber an dieser "habe ich erhebliche Zweifel". Der Freistaat jedenfalls würde 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten übernehmen. Die Gemeinde müsste die übrigen 20 Prozent aufbringen.

Theuern war eine weitere Station der Rundfahrt. Die meisten der Senioren konnten sich nicht richtig vorstellen, wie die dortige Vilsbrücke verlegt werden soll. Jetzt wissen sie es ganz genau. Hier werde in den nächsten Jahren viel investiert, unterstrich Strehl. In Theuern sei dies schon jetzt unübersehbar.

Brückenbau hat begonnen


"An sich wäre die Vilsbrücke mit ihrer 18-Tonnen-Begrenzung gar nicht mehr zulässig", sagte Strehl: "Die Brücke zu ertüchtigen, ist nicht mehr möglich, deshalb ist ein neuer Standort erforderlich." Seit 1. Juli wird an dem Mammutprojekt gearbeitet.

Der neue Standort des Bauwerks ist 15 Meter weiter südlich, die Brücke wird künftig rund 40 Tonnen tragen können. Sie wird breiter, mit zwei Meter breiten Gehsteigen, und schließlich hat sie laut Strehl auch einen großen Vorteil für den Hochwasserschutz - ein weiteres Thema, das bei diesem Vorhaben gleich mit in Angriff genommen werde. Danach werde Theuern zwischen Kirche und Straße, mit neuer Ampel, Pflaster und Hochwasserschutz ein neues Gesicht haben, betonte der Bürgermeister. Nach den Kosten befragt, erklärte Bauriedl, dass der Brückenbau mit rund drei Millionen Euro veranschlagt sei. Vom Freistaat seien etwa 1,5 Millionen Euro Zuschuss zu erwarten. Unabhängig davon sei noch der Hochwasserschutz mit dem Wasserwirtschaftsamt zu schultern.

Ein Abstecher nach KöferingDer Ortsteil Köfering war dritte Station der Besichtigung. Erst kürzlich eingeweiht wurde hier auf dem Dorfplatz die Wacholder-Skulptur, ein Kunstwerk von Hanna Regina Uber und Robert Diem, das viele Teilnehmer der Tour noch gar nicht gesehen hatten. Köfering ist damit eine von acht Kunstwanderstationen, die zusammen den Kunstwanderweg Naturpark Hirschwald bilden. An diesem Projekt beteiligt sind alle Naturpark-Gemeinden. Ein Blick galt auch dem Brotbackofen, der auf dem Dorfplatz errichtet wurde und seine Feuertaufe bei der 650-Jahr-Feier in Köfering hatte. Bei der Visite dort bot es sich auch an, das neue Vereinsheim des Heimat- und Kulturvereins (HKV) Köfering gegenüber des Dorfplatzes zu besichtigen. (e)


Die neue MitteNicht nur in Köfering, auch in Kümmersbruck war ein Dorfplatz Thema der Seniorenrundfahrt. In Kümmersbruck soll er so etwas wie die neue Mitte werden - das Areal zwischen Brücke, Zu den Linden sowie den beiden Kirchen St. Wolfgang und St. Antonius. Dazu hat es bereits einen Architektenwettbewerb gegeben. Einen Multifunktionsplatz kann man sich vorstellen, es sind aber noch viele Detailfragen zu klären.

Vieles sei möglich, sagte Bauamtsleiter Werner Bauriedl - ein Mehrgenerationenhaus, ein kleines Café, Dienstleister, neue Parkplätze und ein neuer Zugang zur Kirche: "Momentan werden Vorentwürfe erstellt. Die müssen dann im Herbst vom Gemeinderat noch genehmigt und gebilligt werden", damit die Regierung wegen der Städtebauförderung kontaktiert werden könne.

Die Architekten würden noch aktuelle Entwürfe vorlegen, wie es dann weitergeht. Das hänge aber auch von den zur Verfügung stehenden Mitteln ab. Fest steht: Der Dorfplatz und seine Umgebung bekommen ein völlig neues Gesicht. (e)
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