„Sondersignalfahrtrainer“ in Haselmühl
Plötzlich schert einer aus

Der Mann am Steuer des Fahrsimulators ist immer hoch konzentriert. Die Zuschauer können dabei auch Spaß haben. Zum Beispiel Kreisbrandinspektor Hubert Blödt (links). Bild: egl
Vermischtes
Kümmersbruck
18.04.2016
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Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn werden immer gefährlicher. Das Unfallrisiko steigt ständig an. Dabei wird diese Tätigkeit fast ausnahmslos von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten ausgeübt.

Haselmühl. Sie sind überwiegend keine Berufskraftfahrer, deshalb hat die Versicherungskammer Bayern mit dem Innenministerium und dem Landesfeuerwehrverband Bayern ein starkes Interesse, das Unfallrisiko bei Einsatzfahrten mit Feuerwehrfahrzeugen zu verringern. Darum wird ein Verhaltenstraining für Fahrzeugmaschinisten der Feuerwehren in einem Lehrgang angeboten.

Vergangene Woche war der "Sondersignalfahrtrainer" im Gerätehaus Haselmühl stationiert. An diesem Lehrgang nahmen Maschinisten aus der eigenen Wehr sowie Fahrzeugführer aus den angrenzenden Feuerwehren teil. Jeden Tag gab es zwei Schulungen mit jeweils sechs Teilnehmern. Es startet immer mit einer theoretischen Unterweisung, in der es hauptsächlich um Rechtsgrundlagen im Zusammenhang mit "Sonder- und Wegerecht" geht, wie Ausbilder Reiner Greif verriet. Dann geht es mit dem Ziel, "im Einsatzalltag Vermeidungsstrategien zu entwickeln und in Grenzsituationen handlungssicherer agieren und reagieren zu können", in die Praxis. Nachdem man sich mit dem Simulator vertraut gemacht hat, ist eine leichte Fahrt zu absolvieren, später dann zwei schwierige Fahrten, wobei mit allerlei plötzlichen Gefahrenmomenten zu rechnen und entsprechend zu reagieren ist. Das mögliche Fahrverhalten des Fremdverkehrs - ein Auto schert aus, ein Fußgänger läuft auf die Straße - in die eigene Fahrstrategie einzubeziehen, ist das Lernziel.

Der Verlauf der Fahrten wird im Computer aufgezeichnet und die Auswertung in der Gruppe diskutiert. Auch Bürgermeister Roland Strehl, Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandinspektor Hubert Blödt und Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl machten sich davon ein Bild.

Die Meinung der teilnehmenden Wehren war eindeutig: Man passe jetzt viel mehr auf Gefahrenstellen in der Einsatzfahrt auf.
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