Theuern bekommt eine neue Brück über die Vils
Breiter, sicher vor Hochwasser

Beim gemeinsamen Spatenstich wurde deutlich, welche Dimensionen das neue Bauwerk haben wird. Bilder: e (2)
Vermischtes
Kümmersbruck
06.08.2016
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In unmittelbarer Nachbarschaft zur bestehenden Brücke wird in den nächsten Monaten die neue entstehen.

Diese Baustelle wird den Ort mittelfristig in Atem halten: Bürgermeister Roland Strehl hat beim Spatenstich die Theuerner um "Nachsicht wegen der Unannehmlichkeiten" gebeten, aber auch die Wolfsbacher in Sachen Busanbindung mit einbezogen. Denn "sie sind ja deshalb nicht abgehängt von der Welt."

Thuern. (e) Seit 1. Juli wird sozusagen mit Hochdruck "am offenen Wasser gearbeitet". Will heißen: an der fließenden Vils, neben der bestehenden Brücke, ständig von Kiebitzen beobachtet. Die Brücke soll, so sieht es die Planung vor, dann abgerissen werden, wenn die neue steht. Und das soll im November 2017 sein.

So lange also wird in Theuern die größte Baustelle der Gemeinde zu besichtigen sein, ein überragendes Bauwerk auch in finanzieller Hinsicht: Auf rund drei Millionen Euro bezifferte Strehl die Kosten. Sie werden wohl zu "etwa 60 Prozent vom Freistaat finanziert", sagte der Bürgermeister. Rund 40 Prozent habe die Kommune zu leisten. Deren Gemeinderat hat sich beim Spatenstich vom Umfang der Arbeiten überzeugen können.

Bedeutungsvoller Akt


Und zugleich schlägt die Gemeinde mit dem Bau der Brücke und den Nebenarbeiten zwei Fliegen mit einer Klappe: Neben dem Brückenbau läuft parallel der Hochwasserschutz, der selbst einem "Hundertjährigen" trotzen wird. Der Spatenstich war nun ein bedeutungsvoller Akt in Theuern: Viele Ehrengäste waren da, Gemeinderat, alle Bürgermeister, der Heimat- und Verkehrsverein Theuern, die Vertreter der Planungsbehörden, der bauausführenden Firma Strabag, die Bauverwaltung aus dem Rathaus, die Behördenvertreter - der Bedeutung eben angemessen.

Angefangen hat es 2010 mit einer Begutachtung der altgedienten Vilsbrücke. Die wurde in Sachen Tragkraft unter die Lupe genommen - die Belastungsgrenze war nämlich zu gering. Streng genommen hätten schwerste Fahrzeuge Theuerns Ortskern gar nicht mehr passieren dürfen. Daraus wurde, wie Roland Strehl betonte, "eine der größten Baumaßnahmen in der nächsten Zeit". Nicht nur zwei, sogar drei Fliegen werden mit einer Klappe geschlagen: die Erhöhung der Brückentraglast auf 40 Tonnen, die Verbreiterung und damit ein besserer Begegnungsverkehr auf dem Brückenbaukörper, eine höhere Durchflussmenge der Vils und damit ein direkter Hochwasserschutz für Theuern.

Laut Diplomingenieur (FH) Rainer Rubenbauer vom Ingenieurbüro Umwelt und Tiefbau (UTA, Amberg) wird die neue Vilsbrücke eine lichte Weite von 32 Metern aufweisen. Das sind fünf Meter mehr als die alte und noch bestehende.

Jetzt hat sie eine Breite von 5,20 Metern, bei der neuen werden es zwischen den Bordsteinen 6,50 Meter sein. Mit den Gehsteigen beträgt die Gesamtbreite dann 11,60 Meter. Die Traglast wird bei 40 Tonnen liegen. Das sind 22 Tonnen mehr als bisher, und damit wird das Bauwerk für alle Fahrzeuge gefahrlos passierbar sein.

Straßen anheben


Liegen wird die neue Brücke auf insgesamt 18 Bohrpfählen von jeweils 90 Zentimeter Durchmesser, die 70 bis 80 Zentimeter tief in der Erde verankert werden. Sie wird nach Fertigstellung etwa einen Meter höher liegen als die jetzige, entsprechend werden die zuführenden Straßen angehoben werden. Absolut hochwasserfrei wird die Brücke sein, zwischen Wasserspiegel und Brücke werden laut Plan immer mindestens 50 Zentimeter Abstand sein, selbst im Falle des höchsten anzunehmenden "Jahrhunderthochwassers".

Es werden, so ließ Rubenbauer bei seinen Erläuterungen wissen, 85 Tonnen Stahl verbaut und 675 Kubikmeter Beton. Läuft alles nach Plan, ist die neue Brücke, rund 20 Meter südlich der bestehenden, im November 2017 fertig und befahrbar, dann wird die alte abgerissen und gehört der Vergangenheit an.

ChronologieDezember 2010: Sachverständige haben festgestellt, dass die Tragfähigkeit der Brücke in Theuern aufgrund von Schäden womöglich stark reduziert ist, Es wird empfohlen, eine neue zu bauen.

September 2012: Es ergeht Planungsauftrag an die Ingenieurfirma UTA in Amberg.

Dezember 1912: Die Gemeinde führt erste Abstimmungsgespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Staatlichen Bauamt, der Denkmalschutzbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde, klärt ab, wie hoch die staatlichen Zuschüsse sein könnten. Danach beginnt die Planungsphase mit der parallel laufenden Planung für einen Hochwasserschutz des Ortsteiles Theuern.

August 2015: Der Zuwendungsantrag wird nach umfangreicher Vorbereitung des Ingenieurbüros UTA eingereicht.

November 2015: Es wird eine staatliche Förderung mit 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Aussicht gestellt.

November 2015: Die wasserrechtliche Genehmigung wird erteilt.

April 2016: Die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis wird erteilt, sie war im Hinblick auf das Schloss und die Ortschaft "rechts der Vils" erforderlich

März 2016: Vergabe der Bauarbeiten an die Firma Strabag AG aus Roding mit einer Summe von 2,5 Millionen Euro. (e)
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