Umfassendes Gefahrengut-Szenario bei Grammer Haselmühl
Übungslage erfordert massive Mobilisierung

Knapp 100 Einsatzkräfte mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen mussten koordiniert werden, um die komplexe Übungslage abzuarbeiten. Bild: hfz
Vermischtes
Kümmersbruck
12.10.2016
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Haselmühl. Die ausgegebene Übungslage verhieß nichts Gutes: Feueralarm im Grammer-Werk Haselmühl. Es ist Samstag, kurz vor 13 Uhr, als die Feuerwehren von Haselmühl, Kümmersbruck, Theuern, Ebermannsdorf und Amberg diese Alarmierung erreicht. Zur gleichen Zeit läuft ein entsprechender Notruf auch beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Amberg ein.

Doch für die Einsatzkräfte spielt es keine Rolle, dass es sich in diesem Fall lediglich um eine Einsatzübung handelt. Sie wissen, dass sie an einen Ort gerufen werden, an dem auch Gefahrgut und sonstige hochentzündliche Brennstoffe gelagert oder verarbeitet werden. Die Aufgabe für die Rettungskräfte war klar formuliert: Beim Entladen eines Gefahrgut-Lastzugs ist es zu einem technischen Defekt gekommen, der einen Brand ausgelöst hat. Im Inneren der Tanklager-Halle wurden deshalb Chemikalien freigesetzt. Zwei Mitarbeiter werden vermisst, hinzugeeilte Kollegen klagen über Reizungen der Augen und Unwohlsein. Da gefährliche Stoffe im Spiel sind, ist ein Eindringen in das Gebäude nur mit Chemikalien-Schutzanzügen möglich.

Schwieriges Umfeld


Atemschutz-Geräteträger der Firma Grammer übernehmen die Personenrettung im Eingangsbereich, die mit Chemikalien-Schutzanzügen ausgerüsteten Feuerwehrleute wenden sich parallel der Personenrettung in der Halle zu. Darüber hinaus muss ein Leck abgedichtet werden, um den weiteren Austritt von Chemikalien zu verhindern. Auch der im Außenbereich stehende Lkw brennt noch und ist zu löschen. Die Aktion verläuft erfolgreich: Die "vermissten" Mitarbeiter werden rasch gefunden, die Bergung fordert der Feuerwehr einiges ab. Die Verletzten und auch die eingesetzten Schutzanzug-Träger müssen von dem Gefahrstoff dekontaminiert werden. Der Brand ist in wenigen Minuten unter Kontrolle.

Beteiligt waren an dieser Übung rund 70 Feuerwehrmänner, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, Spezialkräfte des Fachbereichs Gefahrgut und zwei Rettungswagen des BRK, die vom werkseigenen Atemschutz-Trupp mit ihrer Ortskenntnis unterstützt werden. Neben den Löschfahrzeugen der Ortsfeuerwehren kommt auch der GWG (Gerätewagen Gefahrgut) aus Amberg zum Einsatz. Gegen 14.30 Uhr erklärt als Einsatzleiter Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl die Übung für beendet. Dietmar Rascher, Prokurist bei Grammer und Hausherr des Standortes, zog ein positives Resümee: "Mit der Übung wollten wir die Einsatzkräfte auf dem neuesten Kenntnisstand unserer Anlagen- und Gebäudebeschaffenheit halten und den Notfall unter realistischen Bedingungen simulieren. Für Grammer hat die Störfall- und Notfallvorsorge einen hohen Stellenwert. Die Übung brachte wichtige Erkenntnisse für alle Beteiligten."

Ortskenntnis unverzichtbar


Kreisbrandinspektor Hubert Blödt betonte ebenso, wie wichtig es sei, dass die umliegenden Feuerwehren die Neuerungen auf dem Werksgelände und Gefahrenpotenziale bei Übungen möglichst "hautnah" mitbekommen. Nur eine ausreichende Ortskenntnis gewährleiste ein schnelles und effektives Eingreifen.
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