Vilstaler Vogelfreunde hängen Nistkästen auf
Vögel können kommen

Willi Wittmann, Karl-Heinz Loos und Andreas Ostrowski (von links) haben die Nistkästen der Vogelfreunde aufgehängt. Bild: e
Vermischtes
Kümmersbruck
31.03.2016
35
0

Spätestens Ende März sollten sie angebracht sein, die Kästen für viele Vogelarten: "Denn im Frühling machen sich Vogelpärchen aller Art auf die Suche nach geeigneten Nistplätzen", begründete Karl-Heinz Loos von den Vilstaler Vogelfreunden eine entsprechende Aktion.

Welche Höhlenbrüter in die Kästen einziehen, richtet sich auch nach dem Einflugloch. Die Vilstaler Vogelfreunde sind vor einem Jahr in den Naturschutz eingestiegen. In dieser Zeit wurden 50 Nistkästen gebaut und, rechts der Vils, beginnend beim Föhrengrund Richtung Wiesenthal, bis Theuern, im gesamten Gemeindewald verteilt. Auch Brutkästen für Fledermäuse waren darunter.

In den nächsten drei Jahren sollen noch jeweils 50 Vogel-Domizile folgen. "Der Verein betreut dann über 200 Nistkästen in der Gemeinde", blickte Loos voraus. Mit dem Aufhängen ist es freilich nicht getan. Obmann Johannes Dirrigl übernimmt das Dokumentieren: Welcher Vogel hat gebrütet, wie viele Junge sind ausgeflogen? Die Belegung der Nistkästen ist wichtig, dadurch können im nächsten Jahr gezielt neue Modelle für seltene Arten angebracht werden. Die Kästen - grün, mit der Aufschrift VV (Vilstaler Vogelfreunde) - müssen im Herbst gereinigt werden, auch das tun die Mitglieder.

Der Verein plant für Pfingstmontag, 16. Mai, eine Vogelstimmen- und Futterpflanzenwanderung um den Mariahilfberg. Informationen dazu gibt es im Internet (www. vilstaler-vogelfreunde.de).

Hintergrund

Die ursprünglichen Lebensräume unserer Gartenvögel waren lichte Wälder oder offene Landschaften mit vielen Bäumen mit einem hohem Anteil an Totholz. Letzteres ist nicht nur Nahrungsquelle, weil viele Insekten darin leben, sondern vor allem eine Nistmöglichkeit: Viele Vogelarten ziehen in Baumhöhlen ihre Jungen auf.

An erster Stelle steht hier der Specht, der die Höhle zimmert. Danach ziehen verschiedene Arten ein - je nach Größe und Beschaffenheit. Ist das Einflugloch klein, nutzen Singvögel wie Meisen, Kleiber und Baumläufer die Höhle. Fault sie aus und wird das Einflugloch größer, wird sie auch von großen Arten wie Tauben, Käuzen oder Dohlen bewohnt. Auch Siebenschläfer oder Baummarder nehmen diese Quartiere an.

Heute gibt es allerdings in den wenigsten Gebieten noch ausreichend Totholz. Deshalb bieten die Vilstaler Vogelfreunde künstliche Nisthilfen an. Entwickelt wurden die ersten Exemplare Ende des 19. Jahrhunderts - in erster Linie zur biologischen Schädlingsbekämpfung in den Wirtschaftswäldern: Man erkannte damals, dass Vögel Insekten fressen und somit Schädlinge vernichten, die großen Schaden anrichten können. (e)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.