Was ist aus der OVV geworden?
Die Frage nach dem leeren Saal

Der Alptraum für jeden Veranstalter: Eine leere Mehrzweckhalle unmittelbar vor dem Konzert der Blaskapelle wurde angeblich mitverursacht durch Terminüberschneidungen. Hätte ein Einsatz der OVV diese Misere vermeiden können? Auf der Bühne waren mehr Musiker als Zuhörer in der Halle. Bild: e
Vermischtes
Kümmersbruck
19.12.2015
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Ein leerer Saal und eine Zwischenfrage im Gemeinderat hat den Ruf nach einer Dachorganisation wieder laut werden lassen. Offiziell existent, faktisch ist sie aber sanft entschlafen. Jetzt wird sie offenbar arg vermisst.

Die Rede ist von der Organisation der Vereine und Verbände der Gemeinde Kümmersbruck (OVV), federführend gegründet 1968 vom damaligen Bürgermeister Rudi Scheuerer mit den Pionieren Hans Winkler, Anton Butz und Josef Lotter. Ende der 60er Jahre, da waren Köfering und Gärmersdorf noch selbstständig, da gab es in den bereits 32 Vereinen ein vielschichtige Aktivitäten. Mit einem ärgerlichen Problem: Es fehlte an der gegenseitigen Absprache. Terminüberschneidungen und Besucherschwund waren die unweigerliche Folge.

Das war die Geburtsstunde, der Vorläufer der heutigen OVV. Sie versuchte als Dachorganisation, die gemeinsamen Interessen der Vereine und Verbände zu koordinieren und zu lenken, Termine abzusprechen und in gemeinsamen Versammlungen Terminabgleiche zwischen den jeweiligen Vereinsvertretern zu ermöglicht. Ihren endgültige Namensgebung erhielt die OVV am 1. Januar 1972 beim Zusammenschluss der Gemeinden Köfering und Gärmersdorf. Daraus entstand die Großgemeinde Kümmersbruck.

23 Weihnachtsfeiern


Die OVV war für jene Tage ein absolutes Novum. Ihre Geburtsstunde schlug am 10. Januar 1969 bei der ersten Generalversammlung. Hans Winkler, Hans Käsewieter, Ernst Riedl, Hans Raithel und Josef Lotter waren die ersten Vorstände. Reibungspunkte gab es genug. In der bis auf 10 000 Einwohner anwachsenden Gemeinde schlossen sich 50 Gemeinschaften der OVV an, darunter 20 Sportvereine mit 19 Sportarten. Allein im Jahr 1980 waren 107 Veranstaltungen unter einen Hut zu bringen, 23 Weihnachtsfeiern, Feste und Veranstaltungen. Jährlich mindestens vier gemeinsame Sitzungen wurden abgehalten, die wichtigste war wohl die im Dezember.

Gemeinsamer Kalender


In einem bereits 1991 von der OVV eigens herausgegebenen Kalender wurden im Dezember gemeinsame Termine fürs jeweils kommenden Jahr abgesteckt. Alle Vereinsvertreter, inklusive von Vertretern der kirchlichen Einrichtungen, brachten Termine vor, gewisse Überschneidungen konnten an Ort und Stelle geändert werden, große Veranstaltungen hatten Vorrang, und wenn es trotzdem nicht anders ging, dann wurde von so geplant, dass man sich gegenseitig keine Besucher wegnahm. Die Vereinsvertreter, meist um die 40, hatten einen Veranstaltungskalender nach dem sie sich richten konnten - und meist auch taten.

1982 hatte Alfons Kastner die Führung der OVV übernommen. Sie koordinierte nicht nur Termine, sondern auch die Organisation des Jubiläums 875 Jahre Kümmersbruck, 700 Jahre Haselmühl und Gärmersdorf vom 21. bis 24. Juli 1989 fiel in den Zuständigkeitsbereich der OVV, die am 25. Januar 1991 mit Klaus Högl eine neue Führungsperson bekam. Ins Jahr 1991 (26. April) fiel die Einweihung der Mehrzweckhalle, die Primiz von Reiner Braun (Juli 1991), eine zweite Primiz war die von Stephan Forster im Juli 1997.

Erstmals wurden in Zusammenarbeit mit der OVV und Gemeinde am 18. November 1972 in der Gaststätte Zur Post die verdienten Sportler und ehrenamtlichen Funktionäre geehrt. Am 3. November 1973 dann die zweite im damaligen Gasthof Biehler in Kümmersbruck. Von da an war der November dafür reserviert. Die Sportler- und Funktionärsehrung der Gemeinde fand ab sofort nicht mehr im Kümmersbrucker Bierstüberl, sondern im Schloss Theuern statt. Die Gemeinde finanzierte die Veranstaltung, die OVV organisierte sie.

Als 46. Verein trat 1992 der TTSC Kümmersbruck bei. Die Gemeinde war zu diesem Zeitpunkt (30. Juni 1991) mit Bürgermeister Richard Gaßner im Amt auf exakt 8297 Bürger angewachsen. Eine von der OVV erstellte Erhebung ergab, dass 1992 rund 7800 Mitglieder in den Vereinen Mitglieder waren. Bei einer weiteren Erhebung 1995 wurde ermittelt, dass sich die Mitgliedschaft in der OVV auf 49 erhöht hatte. Die Partnerschaft mit Holysov (1992) war ebenso ein Thema für die OVV wie die die Verabschiedung von Pfarrer Max Hartmann und der Empfang seines Nachfolgers Pfarrer Helmut Süß in eben diesem Jahr. Ein Aktionswochenende im Juli 1997 zur Landesgartenschau in Amberg, bei dem die Gemeinde durch ihre Vereine und die OVV vertreten war, gab es auch noch.

Strehl kümmert sich


Die Organisation war eingebunden in die Erlebnisvielfalt des gemeindlichen (Vereins-)Lebens, zehn Jahre lang leitete Klaus Högl die OVV, danach folgten Sabine Piehler und zuletzt war Helmut Bauer Vorsitzender. Mittlerweile gehen nicht mehr viele Impulse von der OVV aus. Ob kein Bedarf oder kein Interesse bestehen, das ließ sich so genau nicht erklären. Bürgermeister Roland Strehl will sich darum kümmern.
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