Zeitung macht Schule
Reise zum tiefsten Bohrloch der Erde

Am Erdbebensimulator herrscht stets Hochbetrieb. Bild: hfz
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Kümmersbruck
24.05.2016
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Windischeschenbach. Ende April besuchten wir, die Klasse 5G der Mittelschule Kümmersbruck, auf Einladung des Bayernwerks das Geozentrum in Windischeschenbach. Andrea Mack, eine Mitarbeiterin des Zentrums, nahm uns in Empfang und führte uns ins GEO-Labor. Sie veranschaulichte uns, dass Steine viele Millionen Jahre alt sind und jeder eine Geschichte erzählt. Der Mensch erfährt durch Steine viel von der fernen Vergangenheit und kann für die Zukunft daraus lernen.

Um die Steine besser verstehen zu können, durften wir die verschiedensten Steine wie Kalkstein, Sandstein, Granit, Marmor, Basalt, Obsidian, Gneis, Schiefer und Quarz mit Hilfe all unserer Sinne sowie Mikroskop, Salzsäure und Geologenhammer genau untersuchen. Welche Farben haben Steine? Wie ist ihr Bruchverhalten? Sind sie geschiefert oder geschichtet? Wie reagieren sie auf Säure? Enthalten sie Fossilien? Wie schwer sind sie? Wie schmecken sie und wie fühlen sie sich an?

Anhand des so erstellten Steckbriefs konnten wir unsere Steine den unterschiedlichen Großgruppen zuordnen: Sedimentgestein, Ergussgestein, Tiefengestein und Umwandlungsgestein. Dabei erfuhren wir auch, dass aus Muschelschalen und dem Sand am Meeresboden sowie dem Salz im Meer in Millionen von Jahren Steine werden, nämlich Kalkstein, Sandstein und Salzstein. Überall wo man Kalkstein findet, erklärte Frau Mack, muss außerdem irgendwann einmal ein Meer gewesen sein.

Nach einer kurzen Pause ging unsere Erkundung mit Herrn Riebl, einem weiteren Mitarbeiter des Geozentrums, weiter. Er erklärte uns, dass KTB für "Kontinentales Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland" steht. In den 1990er Jahren entstand hier, wo sich die afrikanische Platte unter den europäischen Kontinent schiebt, mit 9101 Metern das tiefste Bohrloch der Welt.

In der Dauerausstellung "System Erde" erhielten wir viele Informationen zur 4,56 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte und der Kontinentalverschiebung. In der Erdbebenkammer konnten wir mit einem Simulator die unterschiedlichen Erdbebenstärken testen. Ausgerüstet mit Bauhelmen durften zum Abschluss alle Mutigen auf den unteren Abschnitt des 83 Meter hohen Bohrturms besteigen, wo es noch mehr Informationen zur Bohrtechnik und zum Ablauf der Bohrung gab.

Klasse 5G der Mittelschule Kümmersbruck
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