Zu Besuch im Geozentrum
So hoch wie heute der Himalaya

Bevor die Steine genauer untersucht werden können, müssen sie erst einmal "aufgespalten" werden (links). Im Labor und vor allem bei der Arbeit am Mikroskop (rechts) eröffnen sich dann ganz neue Einblicke in die spannende Welt der Geologie. Die Mittelschüler erfuhren so viel Neues. Bilder: hfz
Vermischtes
Kümmersbruck
07.06.2016
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Unsere Klasse, die 6G der Mittelschule Kümmersbruck, besuchte mit Klassenlehrerin Alexandra Neumeyer auf Einladung der Bayernwerk AG das Geozentrum an der KTB in Windischeschenbach. Herr Riebel zeigte uns das Modell der gesamten Anlage. An einer Schautafel erklärte er uns, warum ausgerechnet hier die Bohrung stattfand. Windischeschenbach liegt nämlich an der Stelle, wo die afrikanische und die europäische Kontinentalplatte zusammentreffen. Hier entstand vor 320 Millionen Jahren das variszische Gebirge, das rund 8000 Meter hoch war, so wie heute der Himalaya.

Gebirge verschwunden


Heute ist das Gebirge durch Verwitterung und Abtragung verschwunden, aber diesen Ort wollte man wissenschaftlich untersuchen. Man bohrte ein senkrechtes 9101 Meter tiefes Loch, das durch verschiedene Gesteinsschichten und Störungen führte. Ein Problem war die Temperatur von 300 Grad Celsius, die die Bohrung behinderte und ab rund 7000 Metern Tiefe den Bohrer zur Seite abweichen ließ.

Nach einem kurzen Film zur Entwicklung der Erde besuchten wir die Ausstellung "System Erde". Anhand einer Zeitleiste im Boden erklärte uns Herr Riebel die geologische Erdgeschichte und wie es vermutlich in 25 Millionen Jahren aussehen wird. Wir konnten auch die Spülflüssigkeit, eine Karte der aktuellen Erdbeben, den Ausbruch eines Vulkans und vieles mehr erkunden. Am besten gefiel uns jedoch der Erdbebensimulator, bei dem man verschiedene Erdbebenstärken einstellen konnte.

Nun folgten wir Herrn Riebel auf den 83 Meter hohen Bohrturm. Wir bestiegen ihn aber nur bis zur Plattform auf 16 Metern Höhe, auf der früher die Arbeiter die Bohrstangen und den Bohrkopf ausgewechselten. Ein Film zeigt die Auswechslung und erklärt, dass dort 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr gearbeitet wurde. Insgesamt dauerte die Hauptbohrung vier Jahre. Dabei bohrten man im Durchschnitt fünf Meter pro Tag.

Nach einer kurzen Pause führte uns Frau Mack in einen Raum und erklärte uns den Kreislauf der Gesteine. Wir lernten verschiedene Steine - Granit, Basalt, Obsidian, Sand-, Kalkstein, Marmor -, ihre Einteilung in die Großgruppen Tiefen-, Vulkan-, Ablagerungs-, und Umwandlungsgesteine und die Entstehung dieser kennen. Am meisten gefiel uns natürlich, dass wir jetzt selbst verschiedene Versuche an unseren mitgebrachten Steinen vornehmen durften.

Gar nicht so einfach


So untersuchten wir den Stein zum Beispiel unter dem Mikroskop auf Hohlräume und Einlagerungen verschiedener Mineralien. Die Härte des Steins konnten wir durch Schläge mit einem Hammer und mit der Ritzprobe testen. Wir bestimmten außerdem den Kalkgehalt mit der Säureprobe. Etwas eklig war die Geschmacksprobe, weil wir dabei an unserem Stein lecken mussten. Danach versuchten wir unseren Stein den vorher kennengelernten Gesteinsarten zuzuordnen und stellten fest, dass das gar nicht so einfach ist.

Fabienne, Madeleine und Maya, Klasse 6G der Mittelschule Kümmersbruck
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