Mädchen-Camp bei Grammer
Keine Angst vor der Technik

Löten statt Lektüre hieß es für die Teilnehmerinnen der Aktion "Mädchen-für-Technik-Camp" knapp eine Woche lang in der Lehrwerkstatt der Firma Grammer. Bild: usc
Wirtschaft
Kümmersbruck
02.04.2016
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Es hatte weitaus mehr Anmeldungen gegeben, als Plätze zur Verfügung standen. Also musste das Los entscheiden, wer beim Camp "Mädchen für Technik" bei Grammer in Haselmühl dabei sein durfte.

Im direkten Kontakt mit der Technik Hemmschwellen abbauen, das Vertrauen in eigene Fähigkeiten stärken und Schülerinnen für Berufsfelder begeistern, die bisher Männerdomänen waren: Das sind die Ziele der bayernweiten Aktion "Mädchen-für-Technik-Camp", an der sich in der vergangenen Woche auch die Firma Grammer beteiligt hat.

12 bis 14 Jahre alt sind die Teilnehmerinnen, die ein Gymnasium, eine Real- oder Mittelschule in Amberg, Vilseck, Nittenau oder Neumarkt besuchen. Sie nutzten ein Angebot des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) in Kooperation mit dem Bayerischen Unternehmerverband Metall und Elektro, dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

Verantwortung für die handwerkliche Ausbildung bei Grammer und somit auch für das Camp trägt Gerhard Pilz, unterstützt von Robert Grundler, Ausbilder für den gewerblich-technischen Bereich. Den Teilnehmerinnen standen zwei weibliche Azubis der Firma zur Seite - Laura Birner und Marie Giehrl. Grammer bildet derzeit 66 junge Handwerker aus, darunter 13 Mädchen. Auch diese gaben den Schnuppergästen in der Lehrwerkstatt Tipps beim Feilen, Bohren, Löten, Biegen oder beim Umgang mit der Blechschere.

Die Camp-Woche sollte nach Angaben des bbw nicht nur die Technik-Kompetenz der Mädchen fördern: Integrationsbereitschaft, Eigenverantwortung, Organisationstalent und Kommunikationsfähigkeit - also Facetten der Persönlichkeit, Soft Skills genannt - wurden ebenfalls geschult, sei es bei der Anfertigung des Werkstücks, der Abschlusspräsentation oder während der gemeinsamen Freizeitgestaltung.

Die gesamte Woche waren die Mädchen und ihre Betreuer gemeinsam in einem Hotel in Haselmühl untergebracht.

Speziell auf die weibliche Zielgruppe zugeschnittenMaximal 20 Mädchen konnten am Technik-Camp teilnehmen. Die Angebote sind speziell auf die weibliche Zielgruppe zugeschnitten: Im direkten Kontakt mit der Technik bauen die Schülerinnen Hemmschwellen ab. Die Angebote sollen vor allem den Fachkräftebedarf in der Metall- und Elektroindustrie sichern. Bereits 2002 hatte das bbw viele Bildungsangebote mit dem Schwerpunkt Mädchen und Technik. Diese Aktionen kommen sehr gut an - vor allem die "Mädchen-für-Technik-Camps". Hier erkundet jeweils eine Gruppe von maximal 20 Mädchen an vier bis fünf Werktagen eines der Partnerunternehmen, darunter die Firma Grammer. Auch hier - wie generell bei "Technik - Zukunft in Bayern?!" - geht es um mehr, als lediglich zu informieren. Die Mädchen werden dabei vielmehr selbst tätig und haben ein praktisches Ziel vor Augen. Unterstützt werden sie von Ausbildern und Auszubildenden vor Ort. (usc)
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