Vortrag zur frühen Montangeschichte in der Oberpfalz
Eisen für den Karolingerkönig

Wirtschaft
Kümmersbruck
18.04.2016
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Über Jahrhunderte hat die Montanwirtschaft in der westlichen Oberpfalz Mensch und Natur nachhaltig geprägt. Doch obgleich der Raum um die Bergstädte Auerbach, Sulzbach und Amberg gemeinhin als "Ruhrgebiet des Mittelalters" bezeichnet wird, liegen die mittelalterlichen Anfänge von Abbau und Verhüttung der Oberpfälzer Eisenerze und der vor Ort betriebenen Weiterverarbeitung zu Eisenprodukten bislang weitgehend im Dunkeln.

Der Mittelalterarchäologe Dr. Mathias Hensch beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der früh- und hochmittelalterlichen Siedlungs-, Herrschafts- und Wirtschaftsgeschichte der mittleren Oberpfalz. Über seine Erkenntnisse, insbesondere auch über die Ausgrabungen 2015 am Bachweg in Kümmersbruck, referiert Hensch mit einem Lichtbildervortrag am Freitag, 22. April, um 19 Uhr im Rathaus Kümmersbruck.

Der Vortrag stellt siedlungs- und herrschaftsgeschichtliche Überlegungen des frühmittelalterlichen Raums nordwestlich von Regensburg in den Kontext einer möglichen frühen Montanwirtschaft und verbindet diese mit neuen, zum Teil außergewöhnlichen archäologischen Befunden früher Metallproduktion in Kümmersbruck.

Dieser Aspekt Oberpfälzer Geschichte wird von einer bislang wenig bekannten Seite beleuchtet. Deutlich wird dabei, dass es auf der mittleren Frankenalb und im Oberpfälzer Bruchschollenland eine weit vor die ersten schriftlichen Nennungen zurückreichende Tradition der Gewinnung und Verarbeitung von Eisenerzen gab und dass schon früh spezialisierte Handwerker im Auftrag mittelalterlicher Herrschaftsträger an der Herstellung hochwertiger Produkte im Rahmen grundherrschaftlicher Strukturen arbeiteten.
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