Bei Gartlern Lacher geerntet

Anni Lautenbacher. Bild: ak
Lokales
Kulmain
08.04.2015
7
0

Nach dem offiziellen, kam der lusitge Teil bei der Hauptversammlung der Kulmainer Gartenbauer. Dafür hatte der Vorstand Anni Lautenbacher verpflichtet, die mit Reimen über Pfarrer und Dessoupartys für Lacher sorgte.

Lustige Alltagsgeschichten rund um Haus und Herd präsentierte Anni Lautenbacher nach dem offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. "Ich bin d'Anni aus Wunschaberch, und dau bin I daham", stellte sich die Mundartdichterin ihrem Publikum vor.

"Jetzt fang i a am Schloch, denn alles pressiert heit zu Doch. Für nix is mehr Zeit - niat a mal für a weng a Freid", leitete die Dichterin ihre erste Strophe ein. Sie reimte über die Hetze im Alltag, die schon bei der Geburt losgeht: Wehen einleiten, schnell, schnell in Kinderhort und Schule, kaum mehr Zeit für das Schöne im Leben. Nach Heirat, Kinder und Karriere folgen die Rente und der Tod. "Dann schmeißn's uns ei ins deifte Loch, ja alles pressiert heit zu Doch", meinte die Wunschenbergerin.

Innovative Gedanken zum Energiesparen und Abnehmen verpackte sie in ihrem Vorsatz fürs neue Jahr. "Heid ma mehr Speck ummi, wa man net so dafroan und kannt meinera Heizkosten spoarn", resümierte sie. Das Ressoursensparen setzt sie für Übergewichtige in der Badewanne, fort, wo man Wasser spart. "Bedenkt's des in der heitigen Zeit, die wahren Energiesparer sind die übergewichtigen Leit", dichtete sie.

Um die Jahreszeit einer tüchtigen Hausfrau ging's in ihrem dritten Gedicht. "Frühjahrsputz und dabei Fensterputzen hat bei Pollenflug keinen Nutzen", erkannte die Vorleserin. Gleiches stellte sie vor der Urlaubsreise fest, da man eh nicht zu Hause ist. Auch im Herbst braucht's Nebel und Regen wieder nicht. "Im Winter putz i beim Weihnachtsstress nur innen die Scheib'n, draußen dat mir der Lappen an den Eisblumen hänga bleibn", reimte Lautenbacher.

Weiter ging's mit einem Tupper-Abend. "Tupper ist meistens niat der Grund, Hauptsach is das ma wieda zamkummt." Flugs sei der Bestellzettel verteilt. Dosenöffner, Schüssel, Messer und Küchengeräte würden für die Schüttelpizza vorgestellt und miteinander geratscht. 100 Euro seien dafür schnell ausgegeben.

Lautenbacher beleuchtete auch das Problem, ein geeignetes Wirtshaus für Festlichkeiten zu finden. Ihre erste Beziehung ging auseinander, weil sie drei Jahre auf einen Hochzeitstermin im Wunschwirtshaus warten musste. "Des mit den Terminen wird ja immer schlimmer, aber des passiert mir nimmer. Mit dem nächsten Flirt zog ich gleich zam; a Entbindungsklinik und a Wirtshaus für d'Tauf schau ich mir a gleich an", reimte sie. Im fünften Schwangerschaftsmonat folgte ihre Anmeldung im Kindergarten, an der Tauffeier wurde gleich der Platz für die Kommunionfeier reserviert. Neben dem Hochzeitswirtshaus für ihre Tochter reservierte sie gleich noch ihre Grabstelle. Gerüchte über den neuen Pfarrer waren der Inhalt ihrer nächsten Geschichte mit dem Untertitel "Gred wird meist hint ummi". Die Erste meinte, dass er eine große Nase hat, die Zweite und Dritte legten mit einer deutlichen Entstellung im Gesicht und einer ansteckenden Krankheit gleich noch eins drauf. "Herr Pfarrer hurchn's was d' Leit sogn, dass sie goar a sura grouße Nosn hom", hörte er im Beichtstuhl. "

"Wer bist denn du" ist eine der großen Fragen beim Familientreffen. "Wer wird denn alles kumma, ich kenn doch koin, sogn die Junga. Ja as Annerl ist a dou, des gibt's doch nicht, Du houst ja immer nu a ganz jungs Gsicht. So wird bis in'd spade Stund gratscht und glacht und zum Schluss a Foto gmacht."

"Kinder aloins spüln. Des geiht heint nicht, immer nur unter strengster Aufsicht. Frühers samma hamkumma mit aufgschlogne Kneia und Hirn, des ka heind nimma passiern." Sie erzählte vom Bauen eines Baumhauses, einem vergessenen Bruder im Kinderwagen, "Versteckerles" spielen bei jedem Wetter ohne Matschhose.

Bei "Ich bin ein Fernsehschauer, holt mich hier raus" zog sie Supernannys, Bauer sucht Frau und Pannenschau durch den Kakao. "Mal schaua, was des Fernsehn nu sua aus uns macht, da kanni blouß sogn, Johnboy gute Nacht". Nach einer lustigen Betrachtung einer harmonischen Beziehung unter dem Motto "Ich sog nix, und er nix dazou" und der Tablettengeschichte "Tabletten für's ewige Leben wird's a scho geben" erntete die Mundartdichtern viel Applaus.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.