Freunde im Land des Lächelns

Im Japan hielten die Kulmainer Pfadfinder die Fahnen des Freistaates Bayern hoch. Bild: hfz
Lokales
Kulmain
24.09.2015
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Rund 200 000 Einwohner zählt Yamaguchi. Für zehn Tage stieg deren Zahl um gut ein Sechstel an. Über 34 000 Pfadfinder aus der ganzen Welt sammelten sich in der japanischen Stadt zum 23. World's Scout Jamboree. Darunter auch 7 Jugendliche vom Kulmainer Stamm.

Sie gehörten mit zum knapp 1000 Teilnehmer zählenden Feld aus Deutschland. Das alle vier Jahre stattfindende Jamboree stand diesmal unter dem Motto "A Spirit of Unity" und vermittelte, was Zusammenarbeit, Freundschaft und Frieden bedeuten. Allen Teilnehmern war klar, dass sich ihnen eine einmalige Chance bot, mit so vielen Gleichaltrigen aus verschiedenen Kulturen und unabhängig von religiösen, kulturellen oder sozialen Unterschieden zusammenzukommen. Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg hatte sich vier Tage lang in einem japanischen Nationalpark akklimatisiert.

Die ersten Tage nach einer beeindruckenden Eröffnungszeremonie waren angefüllt mit einer Wanderung am Meer entlang und dem "Global Developement Village", um sich über die aktuellen Themen Klimawandel, Kriege, Menschenrechte und Entwicklung auszutauschen. Zum Science-Modul gehörten Workshops und Vorträge zu allerlei technischen Begebenheiten. Zur Mitte des Jamborees stand der Cultural Day auf dem Programm, bei dem die Pfadfinder Köstlichkeiten aus ihren Ländern zubereiteten und anboten sowie ihre eigene Kultur präsentierten.

Zum "Wasser"-Modul an einem Strand gehörten Schwimmen, Spiele, Stand-up-Paddeln und Yoga. Unter dem Titel "Frieden" befassten sich die Pfadfinder mit der Stadt Hiroshima, über der im Zweiten Weltkrieg die erste Atombombe abgeworfen wurde. Neben dem Peace Memorial Park erinnert ein Museum an diese Zeit. Am letzten Modultag ging es hinaus in die Dörfer, um Japan vor Ort kennenzulernen. Nach der Abschlusszeremonie traten die meisten Teilnehmer wieder die Heimreise an.

Nicht aber die Kulmainer: Mit neun weiteren Pfadfindern aus der Diözese Regensburg begaben sie sich auf eine einwöchige Entdeckungsreise durch das Land. In Hiroshima besichtigten die Oberpfälzer unter anderem den Bomben-Dom, die Burg und den Castle Tower. Beides wurde nach dem Abwurf der Atombombe neu aufgebaut. Nächste Station war die frühere Kaiser- und Hauptstadt Kyoto. Beim Nishiki-Market erhielt die Gruppe einen Einblick in japanische Essgewohnheiten. Auch der Ausflug in einen Affenpark mit freilebenden Tieren war ein Höhepunkt, ebenso die Besichtigung des goldenen Pavillons und des Kaiserpalasts.

Zum Bedauern aller waren vom Vulkan Fuji San nur die Umrisse zu erkennen. Eine Wanderung am Berg war aufgrund des kurzen Aufenthalts nicht möglich, denn früh am nächsten Tag ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen in die Hauptstadt Tokio zur Besichtigung des Rathauses. Von den obersten Stockwerken bot sich ein atemberaubender Blick auf die Metropole. Unvergesslich bleiben ein Sushi-Frühstück in der Nähe eines Fischmarktes, der Besuch des ältesten Tempels der Stadt und die Erkundung Tokios.
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