Gaunerstück endet im Glück

Das Schmugglergeld ist weg. Der zwielichtige Bockerer vermutet, dass Fini (Theresia Horn), Hanna (Maria Stich, von rechts) und Toni (Wolfgang Schmidt, links) es genommen haben. Erst Paula (Veronika Söllner, Zweite von links) kann die Gefesselten aus ihrer misslichen Lage befreien. Bild: ak
Lokales
Kulmain
11.11.2015
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Ob Gaunerpärchen, Langfinger-Duo oder Schmuggler, alle haben's in ihrem Gewerbe in den bayerischen Bergen schwer. Aber trotz aller Verwirrungen gibt's doch für alle ein Stück Gerechtigkeit mit glücklichem Ausgang.

Das neue Theaterstück der Ölbrunner Trachtler bietet mit Tragik, Spaß und spannender Handlung alles, was gutes Laienspieltheater ausmacht. Die Theatergruppe der Goldbachtaler zeigte sich bei der Premiere des neuen Stücks "Schmugglerbazi" in Höchstform. Fast drei Stunden lang sorgten die Akteure um Hauptdarsteller Wolfgang Schmidt für Lachsalven.

Nach dem herausragenden Stück "Gspenstermacher" im Vorjahr gelang der Truppe und Regisseurin Christine Stich zum 23. Mal wieder ein absoluter Höhepunkt im Kultursaal im Haus des Gastes. Die Handlung spielt in einer im Wald versteckten alten Jägerhütte in den Bergen. Toni (Wolfgang Schmidt) und seine Schmugglerkomplizin Fini (Theresia Horn) schlagen sich mit Alkoholschmuggel durchs Leben. "Wenn's gut läuft, brauchma mit zwoa Mal pro Woche nu 17, und bei dreimal nu elf Joar, bis i mir meine kleine Kneipn in der Stood und du deine Schreinerwerstatt leisten kannst", seufzte Fini, als beide in der Hütte rasten.

Zwei Frauen - ein Mann

Dort übernachtet auch Lebenskünstlerin Paula (Veronika Söllner) mit ihrer Tochter Hanna (Maria Stich). Dabei lernen sich Hanna und Toni kennen und lieben. Dass er als Kohlenhändler mit Fini in den Bergen unterwegs ist, glaubt die skeptische Hanna jedoch nicht so recht. Aber auch Paula zeigt Interesse am jungen Toni und meint: "Den Kerl mach i hoas, a wenn er's no net woas". Zunächst bei ihm abgeblitzt, beobachtet sie in der Nacht den zwielichtigen Bockerer (Josef Scherm), der das Schmugglerpaar entlohnt und die Ware im Auftrag des Barons (Wolfgang Merkl) weiter verhöckert.

Vermeintlich ungesehen deponiert der Bockerer einen Batzen Geld als Tauscherlös hinterm Schrank in einem Geheimversteck. Nach dessen Verschwinden taucht der lispelnde Gehilfe des Barons namens Fuchs (Helmut-Johannes Schindler) in der Hütte auf und entwendet das Schmugglergeld. Doch in einem unbeobachteten Augenblick tauscht Paula es gegen Spielkarten aus. Als der Bockerer sein leeres Versteck entdeckt, wähnt er zunächst Hanna im Besitz des Diebesguts. Als aber auch Fini und Toni sich verdächtig machen, fesselt er auf Geheiß des Barons alle drei und will mit Waffengewalt die Herausgabe des Geldes zu erzwingen. Dabei kommt es zum Schusswechsel, bei dem Toni und der Bockerer verletzt werden.

Aus Angst um ihre Tochter löst Paula das Trio beim Baron, den sie als ihren früheren Liebhaber wiedererkennt, mit dem Schmugglergeld aus. Sie konfrontiert ihn mit diesem Geheimnis. Dieser lässt sich zu einer Mitgift für Hanna und ein Übergangsgeld für Paula überreden. So gib's zum Schluss ein glückliches junges Paar mit Schreinerwerkstatt und kleinem Häuschen, eine Fini mit Kneipe und eine wohlhabende Paula, die weiter auf der Suche nach einem richtigen Mannsbild ist.

Noch vier Aufführungen

Für die Bühne sorgte Reinhard Prechtl, für Licht, Ton und Effekte Wolfgang Lorenz. Um die Maske kümmerte sich Katrin Prechtl. Die nächsten Aufführungen sind am 13., 14, 20. und 21. November. Karten gibt es für sieben Euro in der Bäckerei Schmid und an der Abendkasse.
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