Gift belebt das Geschäft

Als die Veichtl- Witwe (Sybille Neumann, links) und die Moorwirtin Rosa (Margit Moller) noch unter den Lebenden weilten, hatte sie ein Auge auf den Schuster-Jackl (Wolfgang Merkl) geworfen. Als Geister trieben sie mit ihm allerlei Schabernack. Bilder: ak (2)
Lokales
Kulmain
11.11.2014
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Eine geistreiche Geschichte präsentierte die Theatergruppe des Trachtenerhaltungsvereins Goldbachtaler bei der Premiere der "G'spenstermacher". Dabei ging es in dem makaber-spaßigen Stück mitunter ziemlich derb zu.

Mit überragenden schauspielerischen Leistungen unterhielt die Darstellertruppe das restlos begeisterte Publikum rund drei Stunden lang prächtig. Die beiden Hauptdarsteller Thomas Moller und Wolfgang Schmidt als Totengräber Pickl und Schaufl sowie ihre Mitspieler fuhren pausenlos Attacken auf die Lachmuskeln.

Die Geschichte spielt im tristen Moortaler Moos in der heruntergekommenen Wirtsstube der resoluten Moorwirtin Rosa (Margit Moller). Sie und die reiche Veichtl-Witwe (Sybille Neumann) haben ein Auge auf den Schuster-Jackl (Wolfgang Merkl) geworfen, der aber an deren Avancen wenig interessiert ist. Im Zentrum der Handlung stehen die beiden skurrilen und einfallsreichen Totengräber Pickl und sein Bruder Schaufl. Beide schlagen sich mehr schlecht als recht mit ihrem "Tiefbauunternehmen" durchs Leben. Künftig sollen sie nur noch per "Fallpauschale" entlohnt werden. Wegen der wenigen Sterbefälle im Ort sehen sie ihr Auskommen in Gefahr. "Blouß mit a Leich wird ma reich", sind sie sich bewusst. Mindestens zwei Begräbnisse pro Monat zur Daseinssicherung und eine Flasche Gift lassen bei ihnen schnell finstere Gedanken aufkommen.

Gegenseitig vergiftet

"Grünkönig und Herzsau nebernand bedeit nix gouts", prophezeit die schrullige Dorfverrückte Philomena (Theresa Horn); sie sieht Düsteres durch den Moornebel ins Dorf ziehen. "A Schluck Roten für den Toten" bringt die Geistergeschichte nach der sparsamen "Leich" des Moosbauern ins Rollen. Nacheinander vergiften sich die zwistige Moorwirtin und die Veichtl-Witwe mit vertauschten Wein- und Giftflaschen.

Sie bringen fortan als Unruhe stiftende leichenbleiche Gespenster das beschauliche Dorfleben mit manchem Schabernack gewaltig in Unordnung. Die versperrte Tür des Klohaisls und Chilli auf dem Klopapier gehören dazu. Zudem drücken die beiden Quälgeister den beiden Graberern aufs Gewissen. Beide würden gerne das Blutgeld gegen ihren Seelenfrieden tauschen. Die sich als ihre Nichte ausgebende junge Lena (Maria Stich) beerbt die Moorwirtin und verliebt sich dabei in den sympathischen Knecht Leo (Florian Moller), der nun Großbauer auf dem Veichtl-Hof ist. Als sich herausstellt, dass die Moorwirtin, Pickl und Schaufl Geschwister sind, löst sich der von Philomena aufgehobene Gespensterfluch, so dass die beiden Geister ihren Weg nach oben antreten können und die Zurückgebliebenen wieder ihre Ruhe lassen.

Das Stück "Gspenstermacher" zählt sicher zu den besten Stücken der insgesamt 22 Auftritte der agilen Theatertruppe der Trachtler. Für Licht und Technik sorgte Wolfgang Lorenz. Die Bühne bauten Reinhard Prechtl und Hans Wegmann. Die perfekte Regie mit überraschenden Bühneneffekten führte Christine Stich.

Noch vier Vorstellungen

Die weiteren Aufführungen im Kultursaal im Haus des Gastes sind am 14., 15., 21. und 22. November, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in der Bäckerei Schmid in Kulmain zum Preis von sieben Euro.
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