Große Sorgen, kleiner Wunsch

Daniel fährt gerne Kettcar. Soweit, so gut. Nur bergauf ist ihm das zu anstrengend. Dafür müsste schon ein motorbetriebenes Fahrrad mit drei Rädern her. Genau dafür kämpft Daniels Mama. Bild: ak
Lokales
Kulmain
04.11.2014
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Agnes Elsner (42) hat Krebs. Sie ist alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn ist von Geburt an Spastiker und stark sehbehindert. Alles große Probleme. Doch im Moment hat sie vor allem einen relativ kleinen Wunsch: ein motorbetriebenes Fahrrad mit drei Rädern für ihren Daniel.

Der elfjährige Bub hat zwar ein Kettcar. Die Mutter sagt aber: "Damit fährt Daniel zwar ganz gut, bergauf schaffe ich es aber nicht mehr, ihn zu schieben." Daniel sei eine extreme Frühgeburt gewesen. Eine Hirnblutung verursachte die Behinderungen bei ihm. Im Moment besucht er die Schule am Blindeninstitut Regensburg. Auf dem rechten Auge hat er laut der Mutter nur noch ein Sehvermögen von 21 Prozent und auf dem linken von circa 40 Prozent. "Ich habe das mal versucht, mit einer Taucherbrille nachzustellen - das ist brutal", sagt Elsner.

Krebs hat gestreut

Brutal klingt auch ihre Geschichte. Vor neun Jahren diagnostizierten die Ärzte bei ihr Brustkrebs. "An der Chemo-Therapie bin ich damals fast gestorben", erzählt sie. Es wurde ihr jedoch versichert, dass sie wieder vollkommen gesund werde. Elsner kritisiert: "Ein Fehlurteil." Denn der Brustkrebs hat gestreut. Ihre Knochen seien jetzt verkrebst: "Die rechte Seite ist befallen." Im April 2013 kam sie deswegen ins Krankenhaus. Die alleinerziehende Mutter sagt: "Jetzt kämpfe ich ums Überleben." Doch das sind noch lange nicht alle Probleme. Das Pflegegeld für Daniel wurde ihr gekürzt. Arbeiten kann die Kulmainerin auch nicht. Sie bekommt eine kleine Arbeitsunfähigkeitsrente, die kaum für das Nötigste reicht: "Manchmal stehe ich vor der Frage, ob ich Essen oder Medikamente kaufen soll." Dabei meint sie vor allem homöopathische Mittel, von denen sie überzeugt ist, dass sie helfen. Globuli etwa. Vor ein paar Monaten zog Elsner mit ihrem Sohn von Amberg-Sulzbach nach Kulmain, weil die Miete zu teuer war. Gründe, die sie zur Aussage bringen: "Das Schlimmste ist das Finanzielle. Ich lebe am Minimum." Von ihrem Ex-Mann erhält sie noch die gesetzlichen Unterhaltszahlungen. Alles in allem: "Es ist nicht viel."

"Ein ganz lieber Schatz"

Dennoch versucht die Mutter, ihrem Sohn wenigstens einige wenige Wünsche zu erfüllen - wie das motorbetriebene Fahrrad. "Daniel ist es wert. Er ist ein ganz lieber Schatz", sagt sie. Die Krankenkasse hat den Antrag allerdings abgelehnt. In der Begründung hieß es laut Elsner, dass die Kasse aufgrund der Sehbehinderung Daniels die Verantwortung im Straßenverkehr nicht übernimmt. Auch ein Widerspruch mit der Begründung, dass Elsner selbst immer dabei sei und Daniel hauptsächlich auf Fahrradwegen fährt, hatte keinen Erfolg.
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