Josef Kunz erklärte Landwirten neuen Mehrfachantrag
Prämie nur bei Greening

Josef Kunz. Bild: ak
Lokales
Kulmain
16.03.2015
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Auf die Landwirte und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) kommt im Zuge der Agrarreform ein großes Stück Büroarbeit zu. Die Umstrukturierung der EU-Förderkulisse in Form des neuen Mehrfachantrages bringt Neuerungen im Bereich Ökologie, Greening und ökologischer Vorrangflächen mit sich.

Über den neuen Mehrfachantrag und der damit verbunden Förderung von Landwirtschaftsbetrieben sprach Josef Kunz vom AELF Tirschenreuth bei einer Infoveranstaltung mit dem Bayerischen Bauernverband im Haus des Gastes. Das Online-Antragsverfahren verlange eine genaue Erfassung der Feldnutzung unter Beachtung der neuen Greening-Fördervoraussetzungen.

Künftig werde eine Basisprämie von 187 Euro/Hektar und eine Greening-Prämie von 87 Euro/Hektar zuzüglich einer Umverteilungsprämie ausgereicht. Neu seien auch Zahlungen an Junglandwirte und Kleinerzeuger. Greening (Dauergrünlanderhalt, Anbaudiversifizierung, Mindestanteil an ökologischen Vorrangflächen) sei verpflichtend für den Erhalt der Basisprämie. Für Dauergrünland in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten gelte absolutes Umbruchverbot. Ein Umbruch sei nur mit Genehmigung möglich, wobei eine gleichgroße Ackerfläche zu Dauergrünlandfläche werden müsse, erklärte Kunz.

Vom Greening seien Betriebe mit über 15 Hektar Ackerfläche betroffen. Freigestellt seien unter anderem Öko-Betriebe und Kleinerzeuger. Für das Greening bei brachliegenden Flächen dürfe keine Erzeugung im Antragsjahr vorliegen. Ab 1. August ist laut dem Redner der Folgekulturanbau für die nächste Jahresernte zulässig. Es dürfe kein chemischer Pflanzenschutz und Stickstoffdünger erfolgen. Für Puffer- und Waldrandstreifen sei eine Nutzung ab dem 1. Juli zulässig. Für den Einsatz von Zwischenfrüchten sei eine Kulturpflanzenmischung aus mindestens zwei Arten mit Aussaat zwischen 16. Juli und 1. Oktober vorgeschrieben. Nach der Zwischenfrucht müsse im Folgejahr eine Hauptkultur folgen. Eine nachträgliche Änderung im Mehrfachantrag ist nicht zulässig. "Auf ökologischen Vorrangflächen dürfen nur stickstoffbindende Pflanzen angebaut werden. Kleegras und Leguminosen mit Getreide als Stützfrucht wird nicht anerkannt", betonte Kunz. Nach Anbauende im Antragsjahr sei der Nachbau einer Winterkultur oder -zwischenfrucht erforderlich.

Für eine "Zahlung für Junglandwirte" müssten diese im Erstantragsjahr unter 41 Jahre alt sein. Zwischen dem Kalenderjahr der Niederlassung und Jahr der Antragstellung dürften maximal fünf Jahre liegen. Für die Prämiendeckelung für Kleinerzeuger gelte eine Grenze von 1250 Euro.
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