Liebenswerter Lebensraum

Wie in einer Filmkulisse fühlten sich die Teilnehmer einer Führung durch den Zinster Steinbruch. Bild: lpp
Lokales
Kulmain
17.08.2015
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Jahrtausende zurückversetzt fühlten sich die Hobby-Forscher im Zinster Steinbruch. Der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatten zu einer ungewöhnlichen Exkursion eingeladen.

Josef Siller vom BN und Otto Hauenschild vom LBV erklärten den Wert dieses Biotops. Hier gibt es eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren, die großenteils vom Aussterben bedroht sind, darunter viele gefährdete Vogelarten. Häufig brütet der Uhu in den steilen Wänden.

Tiere bekam man in diesem Jahr nur wenige zu sehen. Die Amphibien hatten sich in die wenigen tiefen Tümpel zurückgezogen, die seltenen Insektenarten und vielen verschiedenen Libellen waren vor dem heißen Wind in Deckung gegangen und die Eidechsen und Schlangen schliefen irgendwo im Schatten hinter den Felsen.

Auch die Pflanzen waren schon weitgehend vertrocknet, und so konnte man die besondere Geologie dieses Ortes besonders gut sehen. Wolfgang Schödel erzählte anschaulich von der Entstehung dieses Vulkans und vom Abbau des Basalts. Dessen Qualität ist nicht gut genug für die modernen Gleisstrecken, und so wurde der Abbau seit den 1990er Jahren nach und nach eingestellt. Seit 2010 gehört das 42 Hektar große Areal dem Landesbund für Vogelschutz. Damit sich der Steinbruch nicht in Wald verwandelt, wird er beweidet. Nur so lassen sich die vielfältigen Lebensräume erhalten. Der Biobauer Christian Richter aus Erdenweis hält hier von Frühjahr bis Herbst seine Ziegen und Schafe. Er erklärte die Tierhaltung und warum das Gelände eingezäunt und abgesperrt ist, Zutritt ist nur mit den offiziellen Führungen möglich. Warum man Zinst und Teichelberg nicht vergleichen könne, erklärte Josef Siller zum Abschluss. Die Zinster Kuppe war einst ein von Fichten bewachsener Hügel. Der Teichelberg dagegen ist einer der letzten Urwälder Nordostbayerns, hier haben Wildkatze und Luchs wieder eine Heimat gefunden. Seine Buchen und Linden sind bis zu 300 Jahre alt. Der Bund Naturschutz werde um den Erhalt des Teichelbergs kämpfen.
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