Mischbestand bares Geld wert

Stefan Gradl. Bild: ak
Lokales
Kulmain
02.04.2015
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Die neuen Förderrichtlinien für Waldaufforstungs-, Verjüngungs- und -pflegemaßnahmen haben ein Ziel: einen Mischbestand. Die Kernpunkte des Programms erläuterte Forstanwärter Stefan Gradl in der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kemnath.

So verhindere die Jungbestandpflege die Instabilität des Jungwaldes. Die Baumentnahme erhöhe zudem die Wertigkeit des künftigen Nutzholzes, erklärte Stefan Gradl. Die Mindestförderfläche betrage 2500 Quadratmeter, wobei das Bestandalter nicht über 15 Jahre liegen dürfe. Die Pflege älterer Bestände werde bis 15 Meter Baumhöhe gefördert. Zur Förderung eines Mischbestandes gebe es pro Hektar 400 Euro, im Privatwald unter zwei Hektar einen Zuschlag von 20 Prozent.

Förderfähig sind wieder 2500 Quadratmeter mit standortgemäßen Baumarten. Die Verjüngungsfläche muss mindestens 30 Prozent Laubbäume aufweisen. Der Nadelholzanteil darf maximal 70 Prozent betragen. 1000 Euro pro Hektar werden gezahlt, wenn nach fünf Jahren mindestens 30 Prozent Nadelholz noch vorhanden ist.

Standortgemäße Baumarten

Bei der Wiederaufforstung werden standortgemäße Baumarten, zumindest die Hälfte Laubbäume, bezuschusst. In der Förderfläche dürfen höchsten 20 Prozent Fichten stehen. Hier liegt der Satz bei 250 Euro pro Hektar.

Für eine Beispielrechnung ging Gradl von einem Mischbestand mit Bergahorn und Kiefer auf einer Fläche von 500 Quadratmeter aus. Bei einem Kostenaufwand von 2900 Euro für über 1600 Pflanzen ergibt sich eine Förderung von rund 3400 Euro.

Der Antragstellung geht ein Termin mit dem zuständigen Revierleiter Hans Bradtka voraus. Er stellt den Pflanz- sowie Pflegeplan auf und fertigt mit dem Waldbesitzer den Antrag aus. "Wichtig ist, dass man erst nach Erhalt des Bewilligungsbescheides mit den Arbeiten beginnen darf", betonte Grad. Nach der Maßnahme sei eine Fertigstellungsanzeige einzureichen. Die Umsetzung werde geprüft und der Förderbetrag an den Waldbesitzer überwiesen.

1,45 Euro pro Wuchshülle

Aufgrund der Aufstellung des forstlichen Vegetationsgutachtens soll erst ab Mai mit der Forstbehörde zwecks einer möglichen Fördermaßnahme Kontakt aufgenommen werden. Abschließend erläuterte der Referent die Förderfähigkeit von Wuchshüllen, die jedoch nicht als Verbissschutz eingesetzt werden dürfen. Die Förderung beträgt 1,45 Euro pro Stück bei Kosten von rund 3,20 Euro. Maximal werden 500 Hüllen gefördert, die meist biologisch abbaubar sind.
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