Rettendes Ufer

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Lokales
Kulmain
26.11.2014
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Wenn der Erl- und der Schirnitzbach Kulmain oder der Flötzbach Immenreuth überschwemmen, schrillen bei den Anwohnern die Alarmglocken. Beide Orte wollen künftig das Risiko so gering wie möglich halten.

Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und die Risikominimierung bei außergewöhnlichen Abflussverhältnissen der Fließgewässer waren das zentrale Thema einer Arbeitssitzung des Wasserswirtschaftsamtes Weiden, des Landratsamtes Tirschenreuth, Vertretern des Technischen Hilfswerkes sowie der Gemeinden Immenreuth und Kulmain. Hochwasser-Risikomanagement heißt das Schlagwort, dem sich die Behörden nach EU-Vorgabe widmen müssen.

Projektleiter Peter Fröhlich berichtete, dass die Wasserwirtschaft zusammen mit den Kommunen verpflichtet wurde, die EU-Richtlinie samt Arbeitsanweisung auf kommunaler Ebene umzusetzen. Das Amt nahm mit Ingenieurbüros seit 2009 eine Risikobewertung und Hochwasserkartierung der insgesamt 7650 Kilometer langen bayerischen Fließgewässer vor. Dabei wurden wassersensible Bereiche, bebaute Flächen und topografische Gegebenheiten miteinander unter Wertung der Hochwasserereignisklassen HQ-häufig, HQ-100 und HQ-extrem verschnitten (HQ = Hochwasserquerschnittsberechnung) verglichen. Aus den so entstandenen Hochwassergefahren- und -risikokarten sei eine Einschätzung des Gefahrenpotentials für Bürger möglich.

Für Ernstfall gerüstet

In den möglichen Hochwasser- und Überschwemmungsbereichen sind für die Bewertung der Gefahrenstufe die Ausdehnung, Wassertiefe, Erreichbarkeit für Einsatzkräfte, Auswirkungen auf Wirtschaft und mögliche wassergefährdende Stoffe notwendig. "Die Hochwasser-Risikomanagement-Pläne bieten die Chance, sich intensiv mit den Auswirkungen von Hochwasser auseinanderzusetzen und darauf im Ernstfall zu reagieren. Die Pläne beschreiben, wie die Verantwortlichen im Gewässergebiet in den nächsten sechs Jahren mit dem Hochwasserrisiko umgehen", erklärte der Referent.

Fragenkatalog

Dabei seien die Kommunen ein wichtiger Baustein und möglichst frühzeitig am Planungsprozess zu beteiligen. Ihr großes Basiswissen, Erfahrungen aus zurückliegenden Hochwasserereignissen und mögliche Hilfseinrichtungen würden in die Pläne eingearbeitet. Daraus entwickele sich eine lokale Risikorecherche, die mit Daten aus einem großen Fragenkatalog ergänzt wird. "Das Wasserwirtschaftsamt fügt diese vor Ort gesammelten Daten zusammen. Mit den Kommunen werden Problemstellen erkannt und geeignete Maßnahmen festgehalten, um im Hochwasserfall schnell reagieren zu können." Damit werde das Hochwasser-Risikomanagement optimiert.

Im Anschluss wurde ein Fragenkatalog zur Risikobewertung und Schadensminimierung beantwortet, der in die Gesamtbetrachtung des Hochwasser-Risikomanagements einfließen wird. Bürger können sich unter www.iug.bayern.de oder www.lfu.bayern.de/hochwasserrisikomanagement über das Hochwasserrisiko für ihren Bereich informieren.
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