Schweinchen in der Grube

Zugleich! An den Hinterläufen zogen die Helfer das Tier aus der Grube. Danach war die Sau zunächst schwer geschafft. Schließlich musste sie zuvor rund zwei Stunden durch die Gülle um ihr Leben schwimmen. Bild: bkr
Lokales
Kulmain
26.03.2015
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Die Feuerwehren im Kemnather Land üben ständig, um auf alle möglichen Rettungseinsätze vorbereitet zu sein. Wenn es drauf ankommt, können sie aber auch improvisieren - zum Glück für eine Kulmainer Sau.

Kein Einsatz wie jeder andere. Am Donnerstag mussten die Wehren aus Kulmain, Immenreuth und Punreuth zur Tierrettung. Vier Säue waren aus einem Stall in Kulmain ausgebüchst. Für eine währte die Freiheit nur kurz. Gleich neben dem Stall befindet sich eine 250-Kubikmeter-Güllegrube. Die Sau stürzte durch die schmale Öffnung, die nur einen Durchmesser von 50 Zentimeter hatte.

Während die drei anderen Schweine die Kinder der Grundschule belustigten, schien der armen Sau die letzte Stunde geschlagen. Doch die Feuerwehrkräfte leisteten Großes: Gegen 11.20 Uhr trafen die ersten Helfer ein. Kurze Zeit später forderte die Einsatzzentrale Unterstützung aus Immenreuth an.

Rund zwei Stunden musste die Sau in der Gülle schwimmen. Die Helfer pumpten zunächst die Grube aus. Erst als die Jauche nur noch kniehoch stand, konnten Atemschutzträger in die Tiefe. Ein Drucklüfter versorgte das Tier mit frischer Luft. "Die Sicherheit der Einsatzkräfte hat Vorrang", sagte Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther. Hektik ist nicht angebracht. "Wir müssen besonnen an die Aufgabe herangehen." Die Atemschutzträger Daniel Scharf und Thomas Wörl gingen dennoch ein gewisses Risiko ein: sowohl die Gülle als auch die Sau im Ausnahmezustand bedeuteten Gefahr. Zur Absicherung standen Andreas Prechtl aus Punreuth und Dominik Hasmann aus Immenreuth am Einstieg.

Zuvor war der Versuch gescheitert, die Sau von oben an einem Netz durch das Gullydeckelloch zu ziehen. Weil das misslang, musste das Tier noch länger im Kreis schwimmen und die Retter in die Tiefe. Gegen 13 Uhr konnten sie wieder nach oben. Zuvor hatten sie zwei Rettungsleinen an den Hinterbeinen der Sau befestigt. Eine Gruppe starker Feuerwehrleute zog das verängstigte, zitternde und entkräftete Tier an die frische Luft. Eine Dusche mit sauberem Wasser gab der Sau ihre rosige Farbe zurück. Und das kalte Wasser hauchte dem Tier wieder mehr Leben ein. Das Tier stand zum Schluss sicher auf vier Beinen und ließ sich von ihren Rettern in den Stall führen. Um 13.10 Uhr meldete Otto Braunreuther an die Einsatzzentrale: "Einsatz erfolgreich abgeschlossen."

In Kulmain ist heute Vormittag ein Schwein in eine Güllegrube gefallen. Das Tier konnte sich allein nicht aus dem engen Schacht befreien und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Bilder: Bernhard Kreuzer
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