Siebener wieder zu siebt

Bürgermeister Günter Kopp vereidigte Hermann Melzner (Zweiter und Vierter von rechts) als neuen Feldgeschworenen: Dem Kreis der Siebener in der Gemeinde gehören zudem (von links) Josef Popp, Andreas Schultes, Richard Prechtl, Max Müller, Alois Wörl und Andreas Kastner an. Bild: ak
Lokales
Kulmain
28.11.2015
5
0

Dem Siebenergeheimnis wohnt noch etwas Mysteriöses, ein nicht jedem zugängliches Wissen inne. Feldgeschworene verrichten - trotz inzwischen digitaler Vermessung - noch immer eine wichtige Dienstleistung. Ihrem Kreis gehört nun auch Hermann Melzner an.

Obmann Max Müller hatte den Oberbrucker vorgeschlagen, nachdem das auf Lebenszeit ausgeübte Ehrenamt nach dem Tod von Erich Neuser aus Wunschenberg neu zu besetzen war. Bürgermeister Günter Kopp nahm Melzner beim jährlichen Treffen der Feldgeschworenen der Kommune am Mittwoch den Eid ab.

Müller berichtete von bisher elf Vermessungen in 2015, an denen er sowie die weiteren Feldgeschworenen Andreas Kastner, Josef Popp, Richard Prechtl, Andreas Schultes sowie Alois Wörl beteiligt waren. Zuletzt halfen sie, das gemeindefreie Gebiet des Lenauer Forstes auf die drei Gemeinden Brand, Immenreuth und Kulmain mit einer Gesamtfläche von 514 Hektar aufzuteilen und die Waldgrundstücke unter Federführung des Vermessungsamtes Weiden abzumarken. Jeweils 13 Grenzsteine setzten sie per Hand für die Bereiche Brand und Kulmain. Dies gestaltete sich laut Prechtl wegen der starken Hanglage schwierig.

Der Obmann bat die Gemeindeverwaltung, die Vermessungstermine rechtzeitig an ihn zur Einteilung und Organisation weiterzugeben. Auch müssten neue Grenzsteine angeschafft werden. Müller verwies auf die früher gängige Praxis, dass bei Vermessungen dem Feldgeschworenen noch ein Helfer für Grabearbeiten zur Seite gestellt werden musste. Dies sei jedoch nicht mehr zeitgemäß, so dass der Siebener diese Aufgabe mit übernimmt. Beim Setzen von mehr als drei Grenzsteinen werden zukünftig jedoch zwei Feldgeschworene zusammenhelfen.

Ihre Arbeit wird derzeit mit jeweils 13,46 Euro pro Stunde vergütet. Die Rechnung samt Verwaltungsgebühren und Vermessungsmaterial für den Antragsteller erstellt die Gemeinde. Müller teilte außerdem mit, dass Josef Scherm aus Aign aus gesundheitlichen Gründen sein Amt ruhen lassen wolle.

Erdbohrer erleichtert Arbeit

Bürgermeister Günter Kopp erläuterte nochmals die Aufgaben- und Rechtsstellung der Siebener nach dem Abmarkungsgesetz. Auch berichtete er, dass künftig ein Anbau-Erdbohrer für Traktoren das Grenzsteinsetzen erleichtern werde. Er bedankte sich bei allen Feldgeschworenen für gute Zusammenarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.