Trassengegner werben für Teilnahme an Konsultation zum Netzentwicklungsplan
Gefahr noch nicht gebannt

Lokales
Kulmain
14.04.2015
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Einen Gang zurück geschalten hatten die Bürgerinitiativen (BIs) gegen die Gleichstrompassage Süd-Ost in den vergangenen Wochen. Jetzt wehren sie sich erneut. Ihr Augenmerk richtet sich auf den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2014. Die Konsultation (Befragung) dazu liegt in den Händen der Bundesnetzagentur und läuft noch bis 15. Mai. Bis zu diesem Zeitpunkt kann jeder seine Bedenken schriftlich oder per E-Mail einbringen.

Landkreis noch dabei

Der zweite Entwurf sieht im Zubaunetz für die umstrittene Monstertrasse keinen konkreten Trassenverlauf vor. Im ersten Entwurf hatte die Vorzugstrasse über den Steinwald und quer durch die Gemeinden Kulmain und Immenreuth geführt. Der neue vorgeschlagene Korridor D beginnt jetzt in Güstrow und führt über Wolmirstedt in den Raum Gundremmingen. Der Landkreis Tirschenreuth bleibt dabei noch mit zwei Dritteln in der Planungskulisse. Aus diesem Grund erachtet die BI die Gefahr eines Trassenbaus durch den Steinwald und die Gemeinden Kulmain und Immenreuth noch lange nicht gebannt.

Den vier für den Netzausbau verantwortlichen Energieunternehmen werfen die BIs vor, den Dialog mit der Bevölkerung nicht gesucht, sondern gemieden zu haben. Den zweiten Entwurf zum NEP 2014 ins Internet zu stellen, sei noch keine Bürgerbeteiligung. Vielmehr bestätigten sich immer weiter die Befürchtungen, dass der Bau der Gleichstromtrassen unter Ausschluss demokratischer Regeln erfolgen solle.

Im neuen Entwurf würden die Netzbetreiber weiter die Notwendigkeit der bisher schon angestrebten Leitungen verankern. Auch diene der NEP in erster Linie den Interessen des Stromhandels und der Windkraftanlagenbetreiber im Norden der Republik. Die Grafiken der Austauschenergiemengen zeigen laut den Trassengegnern ein deutliches Übergewicht von Stromexport in den kommenden Jahrzehnten. Der Zubau erneuerbarer Energie im Freistaat bleibe bei den Planungen auf dem Stand des ersten Entwurfs des NEP stehen. Energieeinsparungen blieben unberücksichtigt.

Speicherung noch offen

Die BIs vermissen ein Gesamtkonzept, das zudem ausweist, wie die vom Norden nach Süddeutschland transportierte Energie gespeichert werden soll. Ihrer Meinung nach geht es beim Netzausbau darum, die Monopolstellung im Stromgeschäft zu festigen.

Für die Stellungnahmen finden Internetnutzer Informationen unter www.stromautobahn.de/konsultation. Schriftliche Stellungnahmen sind an Bundesnetzagentur, Netzentwicklungsplan/Umweltbericht, Postfach 8001, 53015 Bonn, zu richten oder per Email an nep2024-ub@bundesnetzagentur.de schicken.

Die Stellungnahmen fließen nach Auswertung in den Umweltbericht und den folgenden Entwurf des Bundesbedarfsplans ein.
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