Walter Ehlich prognostiziert weiterhin stabilen Holzmarkt
Käfern Einhalt geboten

Lokales
Kulmain
01.04.2015
0
0
Vorbildlich haben die in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kemnath organisierten Waldbauern im vergangenen Jahr reagiert. Wie Geschäftsführer Walter Ehlich in der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) ausführte, haben sie Käferholz schnell aufgearbeitet. Auch dank des feuchten und kühlen Sommers konnte die Schädlingspopulation in Schach gehalten werden. Die Einschlagmenge sei daher unter zehn Prozent des gesamten Holzaufkommens geblieben.

Wie er im Haus des Gastes erklärte, sei aufgrund des nassen Sommers sei die Holzernte ins Stocken gekommen und erst im Herbst wieder deutlich aufgelebt. Es seien 10 500 Festmeter Rundholz und 502 Raummeter Industrieholz verkauft worden (im Vorjahr insgesamt 12 000 Festmeter). Bei den Wertholzsubmissionen in Himmelkron und Pretzfeld erzielten die Waldbauern bei der Fichte zwischen 180 und 200, bei der Kiefer 160 bis 180 und bei der Lärche knapp unter 300 Euro. Für die Submission müssen die Nadelholzstämme bis Anfang November, das Laubholz bis Anfang Dezember am Lagerplatz angeliefert werden. Die Zuschlagserteilung erfolgt Mitte Januar.

Laubholzstämme erzielten bei Eiche 300 bis 430, Bergahorn 150 bis 240, Birke 93 bis 110, Ulme 137 bis 480, Esche 140 bis 207 Euro. "Der Holzmarkt läuft nach wie vor blendend, die Nachfrage nach Nadelholzsortimenten ist weiter gut. Der Markt ist aufnahmefähig und die Preise gleichbleibend hoch", resümierte Ehlich. Der Preis für das Leitsortiment Fichte 2b liege knapp unter 100 Euro. Im Privatwald sei die Nachfrage nach maschineller und händischer Durchforstung derzeit gering.

Ehlich erwartet für 2015 weiter eine stabile Holzmarktlage, hohe Nachfrage und stabile Preise. Unsicherheitsfaktor bleibt die wirtschaftliche Lage der Sägewerke durch hohe Rohholzpreise und die Wirtschaftsdellen in den großen Exportmärkten USA und Südeuropa. Er riet, kontinuierlich den Privatwald zu bewirtschaften und auf Mengen- und Preisspekulation zu verzichten. "Uns muss die Vielfalt und Struktur unserer Holzabnehmer erhalten bleiben. Stete Holzlieferung an Sägewerke dient auch zu deren wirtschaftlicher Stabilisierung."

Die heimische Sägeindustrie steht mit hohen Rundholz-, niedrigen Schnittholzpreisen, Rückgang bei Sägespäne- und Hackschnitzelpreisen sowie hohen Energiepreisen unter Druck. Fehlende Schadereignisse durch Windbruch halten den durch Normaleinschlag bestimmten Holzpreis zudem hoch. Die Waldbesitzer sollten in diesem Jahr wieder den Wald auf Käferbefall kontrollieren und Einzelwürfe schnell aufzuarbeiten.

Bei der Laubwaldneupflanzung bringt der Einsatz von staatlich geförderten Wuchshüllen (Preis etwa 3,20 Euro mit Stab) Vorteile.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.