Bauamt gegen Erweiterung
Landratsamt sieht für weitere zwei Parzellen im Baugebiet "Am Erlenbach" keinen Bedarf

Politik
Kulmain
14.01.2016
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Jede Gemeinde freut sich über bauwillige Bürger und unterstützt sie, wo sie kann. Ob dies bei zwei Fällen im Baugebiet "Am Erlenbach" gelingt, ist offen. Gegen die Änderung des Bebauungsplans gibt es zumindest für eine Parzelle heftigen Widerstand aus dem Landratsamt.

Im Oktober hatte der Gemeinderat die Änderung beschlossen. Es folgten die Anhörung der Träger öffentlicher Belange und die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans. Ziel war und ist, die Parzellen 18 und 19 in die Bebauung mit einzubeziehen. Während letztere am nördlichen Rand zum Wald liegt, ist die Parzelle 18 eine Ausgleichsfläche für den Naturschutz. Sie liegt als Puffer zwischen der Wohnbebauung und einem Teich.

Bei den Einwendungen monierten Bürger die mangelnde Breite der Erschließungsstraße von drei Metern. In ihr liegt ein 20-Kilovolt-Stromkabel der Bayernwerke. Kanal und Wasser ließen sich nur schwerlich dort verlegen und der Rettungsdienst sei stark eingeschränkt. Auch der Winterdienst könne nicht ordnungsgemäß erfolgen, heißt es. Andere sehen ihre Aussicht gefährdet, auf die sie beim Hausbau vertraut haben.

Das Kreisbauamt sieht dagegen keinen Bedarf für die Ausweisung. Es seien noch ausreichend Bauplätze in der Gemeinde vorhanden. Weiter bewogen Flächenverbrauch, Zersiedelung und das Leerstandsmanagement die Behörde zum Nein. Die Bauparzelle 18 sieht die Untere Naturschutzbehörde als Übergangsbereich, sie ist als Ausgleichsfläche ausgewiesen. Demnach würde eine Ausgleichsfläche für eine Ausgleichsfläche benötigt. Nach eingehender Diskussion verständigte sich der Gemeinderat darauf, einen Fachmann zu suchen, um eine Lösung zu finden. "Es wird sehr schwierig", so die einhellige Meinung.

Nur gefühlt zu viele RaserZentrales Thema bei den Anregungen und Wünschen aus den vier Bürgerversammlungen war der Straßenverkehr. Zu schnell werde in manchen Bereichen gefahren. Die erfolgten Geschwindigkeitsmessungen ergaben aber nach den Worten von Bürgermeister Günter Kopp keinen zwingenden Handlungsbedarf.

Ausreißer sei jedoch dabei gewesen. So sei bei Zinst, Einfahrt von der St 2177 in den Ort, ein Raser mit Tempo 150 gemessen worden. In diesem Bereich lag die Geschwindigkeit jedoch zu 95 Prozent zwischen 90 und 100 Kilometer pro Stunde. Ein Antrag auf eine Begrenzung sei deshalb wenig sinnvoll und habe kaum Aussicht auf Erfolg, betonte Kopp. Florian Bayer (CSU) verwies noch auf die durch Leitplanken eingeschränkte Sicht.

In Kulmain selbst wird die Marktredwitzer Straße von Lastkraftwagen als Abkürzung von der St 2177 zur St 2665 nach Brand genutzt. Vor dem Bau der Umgehungsstraße waren es täglich 600 Lastkraftwagen. Eine aus dem Jahr 2013 vorliegende, siebentägige Erfassung ergab im Durchschnitt eine tägliche Belastung von 73 Lkws.

Eine neue Zählung soll genauere Zahlen bringen. Als problematisch sah es der Gemeinderat an, die Straße für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zu sperren und sie über die Kemnather Straße (St 2665) umzuleiten. (bkr)
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