Bürgerversammlung für ganze Gemeinde Kulmain
Weniger Schulden

In der Gemeinde gab es in den vergangenen Monaten ein Auf und Ab, beides zur Freude von Bürgermeister Günter Kopp (stehend). Zum einem legt die Kommune bei den Einwohnerzahlen zu, zum anderen gelang es, die Verbindlichkeiten weiter abzubauen. Bild: ak
Politik
Kulmain
28.11.2016
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Solide Finanzierungen, ein moderater Schuldenstand und eine positive Bevölkerungsentwicklung sind die Stärken der Kommune. Doch große Sanierungslasten und Bauvorhaben stehen an, die geschultert werden müssen.

Wie Rathauschef Günter Kopp in der einzigen Bürgerversammlung der Gemeinde den 21 Bewohnern ausführte, leben in der Kommune 2314 Personen (+41 gegenüber des Vorjahres). Mit Nebenwohnsitz sind 131 (+9) gemeldet. 24 (+2) Kinder wurden geboren und 13 (-7) Einwohner verstarben. 97 Zuzügen (+25) standen 71 (-16) Wegzüge gegenüber. Bis zum Jahresende gaben sich 10 Ehepaare (-7) vor dem Standesbeamten das Jawort. Die Gewerbebetriebe bieten insgesamt 130 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Sehr positiv entwickeln sich auch dank der Stabilisierungshilfe die Verbindlichkeiten. Der Schuldenstand sinkt von 1 498 000 zum 31. Dezember 2015 auf 1 381 500 Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung von 659 auf 597 Euro zum Jahresende. Von den im Haushalt 2016 bewilligten Krediten in Höhe von fast 700 000 Euro sind 486 000 Euro in Anspruch genommen worden. Dank der Stabilisierungshilfe von 300 000 Euro kann der Kredit zum Monatsende getilgt werden. Die reguläre Tilgung beträgt 116 500 Euro bei 42 000 Euro Zinsen. Als Finanzhilfen erhält die Kommune staatlicherseits über Steuerbeteiligungen und Finanzzuweisungen 2 471 860 Euro. Für die Kreisumlage sind 830 100 und für die Gewerbesteuerumlage 20 000 Euro eingeplant. Die Gewerbesteuereinnahmen legten stark auf 180 000 Euro zu.

Der Gemeinderat tagte elf, der Bauausschuss zwei Mal. Insgesamt 17 Bauvorhaben wurden behandelt, 2 begonnene Bebauungsplanänderungsverfahren aufgrund negativer Stellungnahmen eingestellt. Die Änderung des Bebauungsplanes "Kühhut" in Altensteinreuth ist laut Kopp mittlerweile rechtskräftig.

Bei der Sanierung des Rathauses laufen die Außenputz-, Elektro-, Lüftungs-, Sanitär- und Heizungsbauarbeiten. Die Kirchenmauer wurde im Bereich der bestehenden Rathausnebengebäude trockengelegt und saniert. Der Trockenfirst musste nach Forderung des Denkmalschutzes gegen einen gemauerten First mit geförderten Mehrkosten von 18 000 Euro ausgetauscht werden. Das Daddy-Haus wurde mit Kosten von 42 000 Euro abgerissen. Die Neuanlage mit Gesamtkosten von 203 000 Euro wird mit 60 Prozent bezuschusst und erfolgt 2017 samt Sanierung der drei Felsenkeller.

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung für Kulmain und Oberbruck mit Gesamtkosten von 89 000 Euro wird durch den Bund mit 27 800 Euro bezuschusst und ist angelaufen. Der 213 000 Euro teure Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Oberwappenöst-Bahnbrücke wird in den nächsten 14 Tagen mit der Asphaltierung großteils abgeschlossen. Für rund 35 000 Euro wurden Orts- und Gemeindestraßen punktuell saniert. Das schnelle Internet ist in Betrieb und kostete der Gemeinde 784 000 Euro bei 90-prozentiger Förderung. Nacharbeiten sind im Tiefbaubereich notwendig. Für die noch unterversorgten Gemeindeteile wird in Kooperation mit der Stadt Kemnath ein zweites Förderverfahren begonnen.

Das bei der Breitbandverlegung verlegte Betonpflaster in der Hauptstraße kostete rund 7500 Euro. Der Frankenreuther Glockenturm erhielt teilweise neue Pfeiler. Die Wasserhauptleitung musste für 315 000 Euro erneuert werden. 10 800 Euro kostete die Umrüstung der Fernsteuertechnik am Hochbehälter Erdenweis. Rund 35 000 Euro gibt die Gemeinde für einen neuen Kanalkataster aus. Ein Sanierungskonzept für die Witzlasreuther Kläranlage ist in Auftrag. Für den Umbau der Reinigungstechnik und Kanalneubau muss mit rund 500 000 Euro gerechnet werden.
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