Feuerwehr wirbt im Gemeinderat für neues Einsatzfahrzeug
Wehr bei Unfall auf sich gestellt

Florian Bayer erläuterte zwei verschiedene Tragkraftspritzen-Fahrzeuge, die für die Zinster Wehr interessant sind. Bild: bkr
Politik
Kulmain
13.10.2016
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Die Feuerwehr Zinst kann ihren Auftrag nicht mehr uneingeschränkt erfüllen. Zunehmender Verkehr auf der stark frequentierten Staatsstraße 2177 über den unfallträchtigen Zinster Berg sowie die Asphaltmischanlage Rothenhof haben das Aufgabenspektrum verändert. Die Hilfe anderer Wehren ist erforderlich.

Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther und sein Sohn, Kreisbrandmeister Florian Braunreuther, unterstützten am Dienstag im Gemeinderat mit ihren Vorträgen die Forderungen der Zinster Aktiven. Diese hatten geklagt, dass sie teilweise nicht mehr in der Lage seien, sich selbst bei Verkehrsunfällen abzusichern. Bürgermeister Günter Kopp räumte ein, dass ihr Fahrzeug nicht mehr den Anforderungen entspricht.

Benz macht Ärger


Einen Situationsbericht gab Gemeinderat und Kassier der Zinster Wehr, Florian Bayer. Zwar hat der Mercedes Benz 310, Baujahr 1989, nur 21 691 Kilometer auf dem Tacho, aber mehr als genug Probleme beim TÜV. Bis zur nächsten Hauptuntersuchung müssen umfangreich Rost beseitigt und die ausgeschlagene Lenkung sowie die beiden Achsen auf Vordermann gebracht werden. Die Elektronik verursacht ständig Ärger. Zudem müssen bei technischen Hilfeleistungen Bindemittel, Schaufel und Leitkegel im Mannschaftsraum verstaut werden, die Einsatzstelle kann nicht ausgeleuchtet werden. Die Einsatzkräfte können sich oft selbst nicht mehr absichern. 36 technische Hilfeleistungen, überwiegend auf der Staatsstraße 2177, listete Florian Bayer in den vergangenen drei Jahren auf.

Die Geräteausstattungen der kleineren Ortsfeuerwehren sind seit Jahren unverändert. Ihr Schwerpunkt liegt immer noch auf Brandeinsätzen. Stiefmütterlich behandelt wurden die technischen Hilfeleistungen, gab Otto Braunreuther zu bedenken. "Bei der Staatsstraße ist mir angst und bange, wenn die Wehr bei Unfällen alleine draußen ist." In den Augen des Kemnathers löst ein Tragkraftspritzen-Fahrzeug Logistik (TSF) auf ideale Weise das Problem. Es bietet die flexible Zuladung von verschiedenen Rollcontainern je nach Einsatzanforderung. Die zwei Komponenten Verkehrsabsicherung und Hochwasserschutz kämen hier in Frage. Weitere könnten bei Bedarf dazukommen. Die Ausstattung würde gleichzeitig die anderen Wehren in der Kommune entlasten und deren Ausrüstung ergänzen.

Florian Bayer präsentierte zwei Fahrzeuge verschiedener Anbieter, die schnell mit Rollcontainern entsprechend der Einsatzanforderung bestückt werden können.

Bereits im nächsten Jahr könnte in der Garage der Zinster Wehr das neue TSF Logistik stehen. Der Plan der Gemeinde sieht dies zumindest vor, in dem die Wehr von Oberwappenöst 2020 als nächste ein neues Fahrzeug erhalten würde. Für die nun anstehende Beschaffung beabsichtigt die Kommune eine zusätzliche staatliche Förderung von zehn Prozent durch eine interkommunalen Zusammenarbeit zu erhalten. Im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung wurde dann auch mit der Feuerwehrführung über konkrete Zahlen gesprochen.
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