Gemeinde steigt in Planung für Sanierung der Kläranlage ein
Zeit der Notlösungen vorbei

Nach 25 Jahren ist die Kläranlage Witzlasreuth ein Sanierungsfall. Rund 400 000 Euro muss die Gemeinde für die Maßnahme einrechnen.
Politik
Kulmain
11.05.2016
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Nicht nur ärgerlich, sondern auch unappetitlich. Per Hand müssen Feuchttücher, Tampons und dergleichen aus dem Rechen entfernt werden. Bilder: bkr (2)

Die Kläranlage von Witzlasreuth ist 25 Jahre alt und leistet nicht mehr das, was sie müsste. Sie ist dringend sanierungsbedürftig. Im Gemeinderat war dies am Dienstag ein zentrales Thema, auch deshalb, weil die Maßnahme voraussichtlich 400 000 Euro kosten wird.

Die Planung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt. Die vollständigen Unterlagen sollen nach den Worten von Bürgermeister Günter Kopp bis im Herbst vorliegen, damit 2017 mit den Arbeiten begonnen werden kann. Albert Sollfrank (CSU) zeigte mit Bildern den nicht mehr befriedigenden Ist-Zustand der Anlage und zeichnete die Möglichkeiten einer Sanierung auf.

Seinen ersten Blick warf er auf die Dinge, die in die Kanalisation gespült werden und dort überhaupt nichts zu suchen haben. Zigarettenkippen und Hähnchenknochen seien noch "appetitliche" Sachen. Anders sehe es bei den ganzen Hygieneartikeln aus. Den Auffangrechen der Kläranlage verstopften Feuchttücher, Tampons und so weiter. Alles müsse noch per Hand entfernt und entsorgt werden. Nach der Sanierung geschehe dies jedoch mechanisch.

Ein weiteres Grundproblem ist der sehr hohe Frischwasseranteil. Dieser ist drastisch zu senken. Im Visier stehen die beiden alten Kanäle beidseits des Witzelbachs in der Ortschaft. Wasser dringt dort ein. Laut Sollfrank sollten zwei neue sie ersetzen und mit einem zeitlichen Verzug von zwei bis drei Jahren gebaut werden. Drainagenwasser dürfe in die neuen Kanäle nicht mehr eingeleitet werden. Die alten könnten ungeachtet dessen weiterhin genutzt werden.

Die Dringlichkeit der Maßnahme untermauerte Gemeinderat und Klärwärter Otto Schroll. "Notlösungen reichen nicht mehr aus." Er untermauerte seine Aussage mit den neuesten Messdaten. Auch Bürgermeister Kopp erachtete Notlösungen mit Beträgen im fünfstelligen Bereich als Geldverschwendung. Eine Generalsanierung sei die einzige gangbare Lösung.

Alternativen wie der Anschluss an die Kanalisationen von Neusorg oder Kulmain bei Frankenreuth und Oberwappenöst scheiden nach Darstellung von Sollfrank wegen der erforderlichen langen Leitungen aus. Auch führte er hohe Betriebskosten für die notwendigen Pumpwerke an.

Der Gemeinderat erteilte deshalb den Auftrag, die Planungsphase bis Herbst abzuschließen. Im nächsten Jahr soll die grundlegende Sanierung der Kläranlage in Angriff genommen werden.

Wasserleitung raus aus PrivatgrundstückenDie Wasserversorgung entlang der Hauptstraße macht Schwierigkeiten. Immer wieder werden Reparaturmaßnahmen erforderlich. Die Gemeinde plant deshalb, dort eine neue Versorgungsleitung zu verlegen. Dem Gemeinderat lag dazu ein Gestattungsvertrag mit dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach vor. Diesen nahm das Gremium an. Mit der neuen Trassenführung im Straßenkörper wird gleichzeitig das Problem gelöst, dass die Wasserleitung quer durch private Grundstücke verläuft. Bei Rohrbrüchen oder neuen Anschlüssen ist es daher oft schwierig, an die Leitung selbst zu kommen.

Bürgermeister Günter Kopp gratulierte Tobias Schroll zur bestandenen Wassermeisterprüfung. "Wir brauchen angesichts des Leitungszustandes qualifizierte Leute", meinte er. (bkr)
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