Gemeinderat unzufrieden mit Baufirma beim Breitbandausbau
„Kabel werden beerdigt“

Politik
Kulmain
23.07.2016
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Der Sparsamkeitsgrundsatz der öffentlichen Hand verpflichtet, das Geld der Bürger verantwortungsvoll und wirtschaftlich einzusetzen. Den Zuschlag für Aufträge erhält daher bei Ausschreibungen gewöhnlich das niedrigste Angebot. Beim Breitbandausbau in der Gemeinde ist diese Praxis ein Nachteil.

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch nahm das Thema breiten Raum ein. Bei allen Fraktionen machte sich Unzufriedenheit bemerkbar. Grund zu Beanstandungen gibt es bei der Bauausführung der Kabelverlegung. Zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur hatte die Gemeinde im Mai 2015 einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom geschlossen. Diese beauftragte eine Regensburger Firma, die wieder ein Unternehmen aus Osteuropa mit den Arbeiten betraute.

"Es läuft nicht so problemlos wie gewünscht", bedauerte Bürgermeister Günter Kopp. Stellvertreter Albert Sollfrank brachte die Beschwerden auf den Nenner: "Die verlegen keine Kabel, sondern beerdigen sie." Damit meinte er, dass die Erde nach dem Verfüllen unzureichend verdichtet wurde. Ebenso zeigten sich Mängel bei Pflaster- und Asphaltarbeiten. Sollfrank sagte weiter: "Als Auftraggeber haben wir das Recht, eine anständige Leistung zu bekommen". Er forderte deshalb, die Mängel in einem Bestandsplan zu erfassen. Die Trasse solle aus diesem Grunde abgegangen werden. Es blieb die Hoffnung, dass der Ausbau fristgerecht zum 26. August abgeschlossen wird.

Trotz der Probleme befürworteten die Räte den Einstieg in ein Zweitverfahren. Ziel ist, die nach dem laufenden Verfahren verbleibenden weißen Flecken mit einer Versorgung von unter 30 Megabit pro Sekunde zu beseitigen. Ganz einfach wird es nicht werden, denn für die Förderung aus dem Bundesprogramm bedarf es des Zusammenschlusses mit einer anderen Kommune.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 23.07.2016 | 18:03  
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