137 Rettungstreffpunkte im Landkreis
Hilfe wartet an der Tafel

Forstdirektor Johann Weber und Erich Thurner vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Tirschenreuth sind zuständig für das Aufstellen der Rettungstreffpunktschilder. In Lenau erläuterten sie Bürgermeister Günter Kopp (von rechts), warum die Tafeln bei einem Unfall im Wald für eine schnelle Hilfe sorgen. Bild: hfz
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Kulmain
19.08.2016
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Trotz aller Fortschritte beim Arbeitsschutz ist die Waldarbeit immer noch eine gefährliche Tätigkeit. Bei schweren Unfällen ist schnelle notärztliche Hilfe oft lebensrettend. Doch häufig sehen die Rettungskräfte den Verletzten vor lauter Bäumen nicht.

Meistens befindet sich der Verunglückte in schlecht erschlossenem Gebiet. Wenn dann noch die Lage schwierig zu beschreiben ist, sind die Rettungskräfte froh, wenn sie jemand zum Unfallort führen kann. Dazu sind eindeutig festgelegte Treffpunkte erforderlich.

Diese Rettungstreffpunkte sind wesentlicher Bestandteil der "Rettungskette Forst", die die Bayerische Forstverwaltung für den Privat- und Körperschaftswald im Freistaat seit zwei Jahren aufbaut. Sie ergänzen die bereits bestehenden Rettungstreffpunkte im Staatswald.

Im Landkreis Tirschenreuth steht die Markierung der insgesamt 137 Rettungstreffpunkte vor dem Abschluss. Die Schilder sind mit Unterstützung der Kommunen aufgestellt worden. In der Gemeinde Kulmain stehen sie die insgesamt sieben Schilder in Lenau, Ölbrunn, Wunschenberg, an der Gemeindeverbindungsstraße Oberwappenöst-Witzlasreuth, in Witzlasreuth an der Naabstraße, an der nördlichen Einfahrt von Frankenreuth in die St 2665 sowie nördlich von Kulmain an der Staatsstraße auf Höhe Aign.

Bei einem Ortstermin in Lenau erklärt Forstdirektor Johann Weber den Ablauf der Rettungskette: "Bei einem Notfall begibt sich der Helfer zum nächstgelegenen Rettungstreffpunkt und verständigt unter der Telefonnummer 112 die Rettungsleitstelle." Für den Landkreis Tirschenreuth sei die Leitstelle in Weiden zuständig. Der Helfer gebe die Nummer des Rettungstreffpunktes durch, dessen Ortsdaten bei der Rettungsleitstelle hinterlegt seien. Diese schicke dann die Hilfskräfte zielgenau zum Treffpunkt.

Als positiv bewertete Bürgermeister Günter Kopp, dass nicht nur Forstarbeiter und Waldbesitzer vom System der Rettungstreffpunkte profitieren. Ebenso könnten Wanderer, Mountainbiker und andere Sportler, die in eine Notsituation geraten sind, schnelle Hilfe bekommen. Auch wenn bei einem Waldbrand die Feuerwehr über die Leitstelle alarmiert werde, könnten die Treffpunkte für die Ortsbeschreibung hilfreich sein.

Diese sind im Internet (www.rettungskette-forst.de) für jeden Waldbesitzer und jeden Bürger zugänglich. Darüber hinaus steht die kostenlose Smartphone-App "Hilfe im Wald" zur Verfügung, die bei GPS-Empfang den Weg zum nächstgelegenen Treffpunkt anzeigt. Auf Tastendruck stellt die Anwendung eine direkte Verbindung zur Rettungsleitstelle her.
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