Christian Floth hält Vortrag
Den Stift im Griff

Wie wichtig es ist, dass Kinder den Stift richtig halten, erklärte Ergotherapeuth Christian Floth den Eltern in einem Vortrag. Bild: ak
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Kulmain
16.10.2016
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Einen Stift kann doch jeder halten - eigentlich. Für jemanden, der in der Bewegung eingeschränkt ist, kann das aber zum Problem werden. Mit einer Ergotherapie ist das zu lösen.

Bei einem Vortrag erfuhren die Eltern der Kindergarten-, Krippen- und Vorschulkinder mehr über die Bereiche der Ergotherapie. Als Referent begrüßte Kinderhausleiterin Ingrid Hofmann den Ergotherapeuten Christian Floth von der gleichnamigen Ergotherapiepraxis in Kemnath. Auch Bürgermeister Günter Kopp nahm an dem Vortrag teil.

Das Behandlungsspektrum der Ergotherapie ist breit. "Eltern kommen mit ihren Kindern zu uns, um Hilfe bei Entwicklungsstörungen aller Art zu erhalten", erklärte Floth. Die allgemeine Ergotherapie versuche, Störungen bei Kindern zu erkennen und zu behandeln. Denn diese verursachen Entwicklungsrückstände zu Gleichaltrigen, die Eltern teils selbst erkennen würden. Hauptsächlich aber diagnostiziere sie ein Kinderarzt oder -psychologe.

Auch selbst erkennen


Vor allem sind diese Schwächen heute in der kindlichen Fein- und Grobmotorik zu finden. Solche können meist durch Beobachtung des Verhaltens aber auch durch Tests vor und bei der Einschulung aufgedeckt werden. Dabei werden unter anderem das Sozialverhalten, Anstrengungsbereitschaft und die motorischen Fähigkeiten des Kindes geprüft und mit Standards verglichen.

Floth ging auch auf die Stifthaltung beim Schreiben und Malen ein. Die richtige und ökonomische Stifthaltung ist der sogenannte Dreipunktgriff, auf den in der Grundschule Wert gelegt wird: Der Stift liegt parallel zum Zeigefinger, der Daumen hilft beim Lenken mit und der Mittelfinger fungiert als Auflage. Dieser Griff ermöglicht eine entspannte Stifthaltung und den besten Blick auf das Geschriebene. Der Unterarm liegt dabei auf der Schreibunterlage.

Kinder lernen so am besten den richtigen Schreibdruck, sichere und gefühlvolle Führung des Stiftes und eine entspannte Haltung. Halten die Kinder noch im Faust- oder Pfötchengriff den Stift, sollte man mit ihnen üben, um feinmotorische Grundlagen für den Dreipunktgriff nachzuholen. Solche Griffe sind ermüdend und erschweren den Umgang mit Zeichen- und Malgerät.

Abgewöhnen


Je früher sich Kinder an den Dreipunktgriff gewöhnen, desto besser. Halten sie schon länger den Stift falsch, ist es schwierig, die Stifthaltung umzustellen. Man sollte es ihnen langsam abgewöhnen, um Muskelverspannungen in den Armen, Schultern und dem Nacken zu vermeiden.

Der Ergotherapeut verdeutlichte, dass viel Fingerspitzengefühl, Geduld und Zuspruch bei der Umgewöhnung erforderlich seien, damit Kinder die Lust am Schreiben nicht verlieren. Wobei aber nicht jede andere Schreibweise von vornherein als schlecht eingestuft werden sollte. Entscheidend sei der Schreiberfolg und das Wohl des Kindes.

Es sei deshalb wichtig, dass sie schon im Kindergarten zeichnen und malen, ab dem viertem und fünftem Lebensjahr sollten Eltern auf die richtige Stifthaltung achten. Vermuten Eltern eine Entwicklungsstörung, rät Floth zur Reihenfolge Haus- und Kinderarzt, Kinderpsychologe, Ergotherapeut. Eine Überweisung zum Ergotherapeuten ist notwendig.

Eltern kommen mit ihren Kindern zu uns, um Hilfe bei Entwicklungsstörungen aller Art zu erhalten.Ergotherapeut Christian Floth
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