"Daddy"-Haus wird abgerissen
„Daddy“ ist weg

Ein Kettenbagger mit Greifkorb macht das "Daddy"-Haus dem Erdboden gleich. Bild: ak
Vermischtes
Kulmain
05.09.2016
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Endlich ist es soweit: Ein schweres Gerät ist aufgefahren und das Nebengebäude des "Daddy"-Hauses ist bereits eingeebnet. Damit geht ein Stück Gebäudegeschichte zu Ende und eine andere fängt an.

Das Anwesen in der Hauptstraße 26 fällt jetzt endgültig dem Greifarm des Kettenbaggers zum Opfer - zum Wohle des Ortskerns. Die heiße Phase des Abrisses des leerstehenden "Daddy"-Wirtshauses begann dennoch am Freitag mit Verspätung.

Ungeduldig wartete die Gemeinde auf den Abriss, der schon Wochen zuvor beginnen sollte und durch das Abrissunternehmen nach Abstimmung mit dem Rathaus und der noch laufenden Wasserleitungsbaustelle hinausgeschoben wurde. Vor drei Wochen begann das Ausräumen des Gebäudes. Die Heizung, Heizkörper und Leitungen wurde abgebaut und der Heizöltank entsorgt.

Giftiges entfernen


Das thüringische Abbruchunternehmen Ebersbacher hatte das Gebäude eingerüstet, um die asbesthaltige Fassadenverkleidung und Dacheindeckung zu entfernen. Zug um Zug entfernten vermummte Entsorgungskräfte mit Schutzkleidung und Atemmaske das gesundheitsschädliche Material. Bei der letzten Gebäudebegehung mit dem Architekturbüro "Ost3", der Gemeinde und dem Abbruchunternehmer wurden die Abrisshöhen der Außenmauern festgelegt. Nach Aussage von "Ost3" dauere es rund drei Tage, um das Haus dem Erdboden gleich zu machen. Am Freitag entfernte der Abrissbagger bereits das Nebengebäude. Am Hauptgebäude wurden die restlichen Fassadenteile mit Hilfe einer Hebebühne abgebaut.

Symbolik


Tage zuvor hatten Mitglieder des Gemeinderates das Anwesen in Augenschein genommen und symbolisch mit Schaufel, Pickel und Vorschlaghammer in der Hand mit dem Abriss begonnen. So wollte das Gremium den Willen, den zentralen Platz neu zu gestalten, unterstreichen und ein Zeichen für die Notwendigkeit des Vorhabens setzen.

Neues Ziel ist es jetzt, einen öffentlich begehbaren Aussichtspunkt zu schaffen. Damit wird die Pfarrkirche weiter in den optischen Mittelpunkt gerückt. Die Außenmauern des Haupt- und Nebengebäudes entlang der Nord-, Ost- und Südseite bleiben in einer Höhe von rund 90 Zentimeter als Grundstücksabgrenzung erhalten. Auch der Treppenaufgang innerhalb des Gebäudes bleibt zur Erschließung der oberen und unteren Grundstücksebene bestehen, ebenso die Granitsteinmauer an der West- und Nordseite.

Die Gemeinde legt Wert darauf, dass die unter dem Gebäude und dem ehemaligen Wirtshausgarten liegenden Felsenkeller mit Zugang von der Hauptstraße aus erhalten bleiben. Vorgesehen ist, diese Flächen ebenerdig zu belassen und die Restflächen den vorhandenen Anrainergrundstücken anzupassen. Die Felsenkeller müssen an wenigen Stellen ausgeräumt, ausgemauert und von losen Steinen befreit werden.

Die überdeckten Lüftungsschächte werden geöffnet, um das alte Kellerklima wiederherzustellen. Es ist geplant, die Keller mit einer LED-Beleuchtung auszustatten. Sie werden mit Eisengittertüren verschlossen. Die geschaffene Freifläche darüber dient künftig als Aussichts- und Rastfläche. Die Gemeinde und Vereine können sie für Feste verwenden.

Der Platz erhält außerdem einen Strom- und Wasseranschluss. Er wird mit mehreren Bäumen bepflanzt. Die Asphaltflächen und Bodenplatten der Abrissgebäude werden entfernt und mit Rasen angesät. Die Gestaltungsarbeiten sind für Herbst und Frühjahr vorgesehen.
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