Ein engagierter Leben
Pfarrei trägt Edeltraud Sollfrank zu Grabe

Trotz Regens: Der ganze Friedhof in Kulmain war voller Menschen, als Edeltraud Sollfrank nach dem Requiem in der Parrkirche ihre letzte Ruhestätte erreicht hatte. Bild: bkr
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Kulmain
14.12.2015
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Ein düsterer Tag für einen traurigen Anlass: Ein langer dunkler Zug bewegte sich am Samstag von der Kulmainer Kirche zum Friedhof. Trotz Regens und Kälte ließ sich kaum ein Bekannter Edeltraud Sollfranks abhalten, ihr die letze Ehre zu erweisen.

Tief im Glauben war das Leben von Edeltraud Sollfrank verwurzelt. Er machte sie zu einem beliebten, engagierten, loyalen, zuverlässigen und geschätzten Mitmenschen. Der unerwartete Tod der 57-Jährigen am Dienstag vergangener Woche berührte viele. Das bewies die Beisetzung am Samstag, die zu einem Abschied voller Trauer wurde.

Mit dem Requiem von Caspar Ett verabschiedete sich der Kirchenchor von seiner treuen Sopranistin. Einfühlsam vorgetragen berührten das "Ave Maria, Mutter Gottes" oder das "Agnus Dei" die voll besetzte Kirche. Pfarrer Markus Bruckner zelebrierte mit seinem Vorgänger Bernd Philipp und Kaplan Thomas Kopp als Konzelebranten die Leidensmesse. Pfarrvikar Dr. Justin Kamwanya Kishimbe und Diakon Berthold Schwarzer als Vertreter des KAB Diözesan-Verbandes standen mit am Altar.

Freude und Ehrgeiz


"Mit großer Trauer nehmen wir Abschied", sagte Pfarrer Markus Bruckner. Überraschend und schmerzhaft sei Sollfranks Tod und Abschied, betonte der Geistliche, und blickte auf die vielen Betätigungsfelder von Edeltraud Sollfrank, auf denen noch viel hätte geschehen können. In der Pfarrei Maria Himmelfahrt gehörte sie dem Pfarrgemeinderat an, war dessen Schriftführerin und gab über drei Jahrzehnte dem Kirchenchor ihre Stimme.

Den Lebensweg von Edeltraud Sollfrank, von der Volksschule in Kulmain bis zur Diplom-Betriebswirtin, zeichnete Pfarrvikar Dr. Justin Kamwanya Kishimbe nach. "Ihr war keine Arbeit zu viel." Sie arbeitete mit Sorgfalt, Freude und Ehrgeiz, hob er hervor. Die Grundlage ihres Handelns sah er im Evangelium und dem Glaubenssatz "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ihr schmerzhafter Tod jedoch erinnere an die Worte aus dem Römerbrief: "Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen." Dieser Vergänglichkeit wollte Edeltraud Sollfrank nach ihrer riskanten Krebsoperation noch einige Jahre abtrotzen.

Auch in der Kommunalpolitik wird sie fehlen. Bürgermeister Günter Kopp beschrieb die verstorbene Gemeinderätin mit teilweise belegter Stimme als ein rundherum zuverlässiges, aufrichtiges und solidarisches Mitglied des Gemeinderats. Besonders als Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses arbeitete sie mit ihrem Fachwissen kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Gemeinde. Ihr Ansehen in der Bevölkerung spiegelte das gute Abschneiden bei den Kommunalwahlen wider. Ihre Arbeit sah sie nie als Belastung. "Ich bin nicht gezwungen worden", hatte sie dazu gesagt.

Ruhender Pol


Diese Einstellung brachte sie mit in die Arbeit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung auf Orts-, Kreis- und Diözesansebene ein. Sie war stellvertretende Diözesanvorsitzende und führte die Kassengeschäfte. Diözesanvorsitzende Gerlinde Bayer bezeichnete sie in ihrer Trauerrede in der Pfarrkirche als unermüdliche und beliebte Organisatorin, die die Herzen der Menschen erreichte.

Ihre menschliche Wärme hob Direktor Albert König von der Raiffeisenbank Kemnather Land-Steinwald hervor. Als Leiterin des Kreditmarktgeschäfts sei sie ein ruhender Pol in der Hektik des Tagesgeschäfts gewesen. Zuversicht und Gottvertrauen halfen ihr, die schwere Krankheit zu ertragen. Ein langer Trauerzug nach dem Requiem zum Friedhof ließ das hohe Ansehen der Verstorbenen nochmals sichtbar werden. Nasskaltes Wetter vermochte nicht davon abhalten, Edeltraud Sollfrank die letzte Ehre zu erweisen.
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