Förderverein zieht positive Bilanz
Rotes Höhenvieh auf Vormarsch

Josef Schmidt (links) referierte über die regionale Vermarktung von Biofleisch. Bild: bkr
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Kulmain
12.08.2016
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Armesberg/Moosbach. Von 0 auf 1000 Stück in Bayern in 15 Jahren: Das Rote Höhenvieh, das besonders in der Oberpfalz seine Heimat hatte, war von der bayerischen Landkarte verschwunden. In Tännesberg begann 1999 die Wiedereinführung. Der Verein zur Förderung des Roten Höhenviehs in Bayern zog im Mesnerhaus eine positive Bilanz der geleisteten Arbeit.

Die Hauptaufgabe des Roten Höhenviehs wird heute in der Landschaftspflege und der Beweidung von Naturschutzflächen gesehen. Die anspruchslosen Rinder verbessern die Artenvielfalt auf den Weiden. Sie liefern zudem Fleisch bester Qualität und wurde so zum 55. Passagier der "Arche des Geschmacks" von Slow food, dem Verein für genussvolles, bewusstes und regionales Essen.

Der Landkreis Tirschenreuth zählt derzeit 209, der Landkreis Neustadt/Waldnaab 229 Tiere. In der Oberpfalz sind es insgesamt 674, berichtete Karl Scholler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Schwandorf in der Jahreshauptversammlung. In allen sieben bayerischen Regierungsbezirken sei das Rote Höhenvieh zwischenzeitlich vertreten. "Das Rote Höhenvieh ist auf dem Vormarsch", sagte Scholler stolz.

Den Termin zur Jahreshauptversammlung nutzte der Verein, den Mitgliedsbetrieb der Familie Richter aus Pullenreuth kennenzulernen. Nur ein paar Hundert Meter vom Mesnerhaus beweidet sie Flächen des Landesbundes für Vogelschutz und des Vereins zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile in der Oberpfalz. Die Öko-Modellregion Steinwald bildet mit der Grenzmühle das Herzstück der Rotviehzucht.

Dass der Verein unermüdlich Verbandsarbeit leistet, untermauerte der Bericht der Vorsitzenden Erika Sauer aus Moosbach. Ständig ist sie unterwegs, den Erhalt des Kulturgutes zu sichern sowie Anerkennung und Unterstützung für die Nebenerwerbslandwirte zu finden. Sie führte Ministergespräche und bestückte zahlreiche Ausstellungen wie die Grüne Woche in Berlin. Kurzfristig hatte ihr Stellvertreter Johann Graml aus Kallmünz das Bundestreffen organisiert. Sauer erachtete es als wichtig, eine zentrale Kontaktstelle zu installieren, um Angebot und Nachfrage auch hinsichtlich der Preisgestaltung zusammenzubringen.

Wie dies in der Ökomodellregion Steinwald funktioniert, zeigte Josef Schmidt. In seinem Vortrag stellte er das lokale Vermarktungs- und Erfassungskonzept vor. Die Landwirte seien in der Netzwerkarbeit der Liefergruppen zusammengeschlossen. Die einen meldeten, was sie haben, und die anderen, was sie brauchen. Die Wertschöpfung bleibe in der Region. Über die Metzgerei Ackermann in Trabitz werde das Rotvieh geschlachtet und überregional vermarktet.

Zwei weiße Flecken


Die Zahl der Bio-Betriebe in der Steinwaldallianz sei in den vergangenen zwei Jahren von 36 auf 50 gestiegen. Lediglich die Gemeinden Waldershof und Immenreuth bildeten noch weiße Flecken.

Sauer sieht in den Süddeutschen Fleischrindertagen 2017 in Ansbach eine weitere Chance, den Verkauf von Jungbullen zu steigern. Beim Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest vom 17. bis 25. September auf der Theresienwiese in München wollen die Züchter zehn Tiere beim Rindertag präsentieren. Ein weiterer Termin ist die Ausstellung der Bundesarbeitsgemeinschaft Rotes Höhenvieh in Thüringen vom 30. September bis 1. Oktober. Tiere des Vereins stellen sich bei der Bundesrotviehschau 2017 in Reinstedt einem Wettbewerb.

Wolf als Bedrohung


Noch ist er nicht da, der Wolf. Die Vorsitzende befürchtet aber, dass er kommt. Die Gesellschaft wolle ihn. In einigen Bundesländern sei er schon anzutreffen. Sauer sah einen Interessenskonflikt zwischen der Weidetierhaltung und dem Raubtier. Sie regte daher eine enge Zusammenarbeit mit den Schaf- und Ziegenhaltern auf dem Gebiet des Herdenschutzes an. Schutzzäune von mindestens 1,40 Meter Höhe seien erforderlich, um den Wolf vom Eindringen in eine Weide abzuhalten.
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