Gerd Schönfelder bei den Olympischen Spielen
Rappend in Rio

Mittendrin statt nur dabei: Als Fanreporter kommt Gerd Schönfelder den Olympischen Ringen sehr nahe.
Vermischtes
Kulmain
17.08.2016
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Bei Gerd Schönfelder läuft's: Diesmal nicht auf Skiern, sondern bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Dort ist der mehrfache Paralympicsportler als rappender Berichterstatter unterwegs.

Kulmain/Rio de Janeiro. Gemeinsam mit Philipp Reinheimer begleitet er die deutschen Sportler als Fanreporter. Per Video informieren sie über die Ergebnisse der olympischen Spiele - wenn es sein muss, auch rappend. "Außerdem stellen wir Kontakte zu den Sportlern her und versuchen, als Botschafter für die Paralympics (7. bis 18. September) zu fungieren", beschreibt der Kulmainer seine Aufgaben.

Geeigneter Kandidat


Und wer könnte das besser als Paralympics-Champion Schönfelder? "Das war der Wunsch des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGB), unser Auftragsgeber." Als "Champion des Jahres 2012" habe er oft mit deutschen Topathleten zu tun, was ein weiteres Kriterium des DSGB und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war. War der Ski-Rennfahrer früher selbst gefragter Interview-Partner, stellt nun er die Fragen. Die neue Rolle gefällt ihm: "Wir haben jeden Tag Spaß dabei, die Sportler zu interviewen. Man trifft die Medaillengewinner und erfährt viel über den Sportler und den Menschen dahinter." Auch aus sportlicher Sicht hat die Olympiade einige Höhepunkte bereitgehalten. Schönfelders persönliches Highlight war das Hockeyspiel Deutschland gegen Neuseeland. "Das hat unser Team unfassbar knapp und in der letzten Sekunde gewonnen."

Leere Plätze


Die Spiele findet der Fanreporter gut, aber die Stimmung komme an die in London vor vier Jahren nicht heran. "Außer, es sind Brasilianer am Start", sagt der Kulmainer lachend. Sonst bleiben viele Plätze leer: Einerseits, weil die Tickets für meisten Einheimische zu teuer seien, andererseits, weil Sponsoren Karten blocken würden.

Ein Thema, dass seinen Schatten über manche Sportart der Olympischen Spiele wirft, ist Doping. "Hier bleibt mir nur die Hoffnung, dass sich das im Nachhinein nicht bestätigt." Die Angst vor Terror und dem Zika-Virus trete da eher in den Hintergrund. "Bis jetzt habe ich erst eine Mücke gesehen."

Herzlich, aber kriminell


Grundsätzlich ist Brasilien ein warmherziges und gastfreundliches Land. Die Kriminalität ist trotzdem hoch. Schönfelders Rat: Sich an bestimmte Regeln zu halten und einige Orte zu meiden. "Insgesamt ist es in Rio aber angenehm. Und was das Wetter betrifft, haben wir hier Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad."

"Ein Chaos dagegen ist der enorme Straßenverkehr." Staus seien normal, so dass man für 30 Kilometer schon mal drei Stunden einplanen müsse. Das mache es oft sehr schwer, wenn nicht unmöglich, zwischen den Wettkampforten zu wechseln. Für diejenigen, die Olympia von zu Hause aus verfolgen, ist es auf jeden Fall gemütlicher.
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