Hummeln im Treibhaus
Tricks für Gärtner

Vermischtes
Kulmain
02.04.2016
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Warum Hummeln im Treibhaus nützlich sind und manche Gemüsepflanzenart ruhig mal kräftig geschüttelt werden soll, waren nur zwei der Neuigkeiten aus dem Munde eines versierten Gartenbauexperten. Einen Teil seines jahrzehntelangen Erfahrungsschatzes zum Thema Pflanzenauswahl, -pflege und Wissenswertes um die Arbeit in seiner Familiengärtnerei gab Gärtnermeister Manfred Bauer aus Windischenlaibach bei seinem lehrreichen Referat preis. Rund 30 Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins nahmen bei der Frühjahrsversammlung viele Anregungen für den eigenen Zier- und Nutzgarten mit nach Hause.

In dritter Generation


Bauer berichtete, dass seine Gärtnerei bereits in dritter Generation betrieben wird. Er, sein Vater und sein Sohn als heutiger Inhaber haben nach den Anfängen nach dem Krieg bis heute den kleinen Gärtnereibetrieb Zug um Zug bis zur heutigen Größe ausgebaut. "Wir haben mit Mistbeeten angefangen unsere Pflanzen zu sähen und großzuziehen. Heute wächst unsere Pflanzenvielfalt in automatisch beheizten Glas- oder Foliengewächshäusern", erläuterte der Seniorchef.

Bei der Aussaat riet er zu Pflanzschalen mit Wasserauslass am Boden, um Staunässe zu vermeiden. Die dafür geeignete Aussaat-Erde ist keim- und pilzfrei und nur wenig gedüngt. Samen sollen nur wenig mit Erde bedeckt sein und leicht angedrückt werden. Ein Foliendach verhindert nach dem Gießen rasches Austrocknen, das nach dem Anwachsen entfernt werden muss. Die beste Keimtemperatur liegt je nach Sorte zwischen 15 bis 20 Grad. Mit einer Beamerschau stellte er neueste Blumen- und Gemüsesorten vor. "Haben Sie Mut bei der Auswahl ihrer Frühjahrsbepflanzung, eine bunte Frühjahrsbepflanzung mit vielen Farben ist jetzt aktuell", erklärte der Experte.

Bei Kübelbepflanzungen sind Dreierarragements sehr gefragt. Die Blumenvielfalt steigt mit Neuzüchtungen jährlich an. Stielprimeln, Goldlack oder 150 Spielarten des Stiefmütterchens machen die Auswahl nicht leicht. Nelken sind wieder im Kommen, deren verwelkte Blüte rasch entfernt mehr Blütenpracht bringt. Die Gewächshäuser werden mit einer Hackschnitzelheizung erwärmt und die Erde in mehrjährigen Abständen durch Erhitzung keimfrei und wieder fruchtbar gemacht. Anhand von Bildern vom Kerkenhof oder der internationalen Blumenmesse in Essen gab er kleinen Überblick über die tausende Spielarten bei der Züchtung immer neuer Farbenspiele von Blühpflanzen. Aber auch das Ziehen von Gemüsepflanzen gehört zum Angebotsspektrum des Betriebes. Er stellte Salatsorten wie Salanova oder den blattlausresistenten "Cutore", roten Kopfsalat und seine vorkultivierten Rettiche mit kleinem Fruchtansatz vor. Erstere zerfällt nach Entfernen des Pflanzenstrunkes ohne Schneiden in kleine Einzelblätter.

Bei Gewächshaustomaten riet er je nach Pflanzenhöhe immer das erste Drittel der Blätter von unten her zu entfernen und diese nach fünf bis sieben Fruchtständen oben einzukürzen. Dabei bleibt am Pflanzenkopf ein Seitentrieb erhalten. Auch Ampel- und Topftomaten erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Gurken erst später


Die Befruchtung der Gewächshaustomaten erfolgt durch eingesetzte Hummeln, im kleinen Treibhaus durch schütteln der Pflanzen per Hand. Gurken sollten wegen ihrer Frostempfindlichkeit nicht zu früh ins Freie gepflanzt werden. Zur Erhöhung der Fruchtbarkeit werden Seitentriebe nach dem ersten Blatt zugelassen.
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