IG Bau drängt auf bessere Lohn- und Nebenleistungen
Von Gewinnen ein Stück abhaben

Vermischtes
Kulmain
29.11.2016
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Volle Auftragsbücher der Baufirmen und Verbesserungen im Tarifgefüge - die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat gewiss schon schlechtere Zeiten erlebt. Doch sie ist weiterhin gefordert, für zeitgemäße Lohn- und Nebenleistungen zu kämpfen.

Herbert Allert vom Bezirksverband erläuterte in der Jahreshauptversammlung des 99 Mitglieder zählenden Ortsverbandes die abgeschlossenen Tarifverhandlungen. Ebenso ging er auf den Beschäftigungsschwund in der Branche ein. So sei die Zahl der Arbeiter von 1,4 Millionen auf 770 000 und der Azubis von 35 000 auf 32 000 gesunken. "Die Baufirmen suchen händeringend vor allem im Tiefbau nach Azubis. Kopfprämien von bis zu 1000 Euro sind keine Seltenheit mehr."

Die ausgehandelte Lohnerhöhung für zwei Jahre beträgt 2,4 und 2,2 Prozent. Beim Auslösegeld bei auswärtiger Beschäftigung, das ab 1. Januar 2017 Verpflegungszuschuss heißt, wurden bisher 34,50 Euro pro Tag bezahlt. Künftig gelten hier 24 Euro, die der Arbeitgeber um 4 Euro aufstocken kann. Dieser trägt die vollen Kosten der Unterkunft. Der Tarifstundenlohn beläuft sich auf 19,09 Euro, die Ausbildungsvergütung im dritten Lehrjahr auf 1400 Euro im Monat. Unterkunftskosten werden nach wie vor nur gewährt, wenn der Arbeitsort mehr als 50 Kilometer vom Einstellungsort des Arbeiters entfernt ist. Der 24. und 31. Dezember bleiben unbezahlt arbeitsfrei, bedauerte Allert. Das Weihnachtsgeld verharre ebenfalls auf 55 Prozent des Monatslohnes. Aufgrund der erhöhten Gewinne in der Bauwirtschaft sei dies nicht mehr zeitgemäß.

Das Kurzarbeitergeld wird wie bisher nur bis März bewährt, obwohl eine Ausdehnung auf das gesamte Kalenderjahr sinnvoll wäre. Zudem sollten die 178 Arbeitsstunden im November gesenkt werden, da diese aufgrund des geringeren Tageslichts tatsächlich nicht mehr erbracht werden können. Allert forderte das Einrichten altersgerechter Arbeitsplätze und die generelle Rente mit 63 Jahren. "Unsere Bauarbeiter können oft aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr bis zu diesem Alter ausüben; leichtere Arbeiten sind jedoch in den Betrieben rar." Zudem fordert die Gewerkschaft eine flexible Arbeitszeit für ältere Beschäftigte.

Zum Thema neue Baurente erklärte Allert, dass alle Arbeitnehmer, die zum 31. Dezember 2015 jünger als 50 Jahre waren, in deren Genuss kommen. Für Ältere bleibt es bei der alten Regelung. Abschließend wies der Gewerkschaftler darauf hin, dass die Möglichkeit von zinsgünstigen Baudarlehen für Arbeiter im Bauhauptgewerbe nur sehr wenig in Anspruch genommen wird. Da er zum 30. April 2017 in Rente gehe, werde Petra Kadens seine Nachfolge antreten.
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